Zoo Basel: Neue Bewohner im Vivarum

Spitznasennatter - Foto: Zoo Basel

Spitznasennatter – Foto: Zoo Basel

Viele neue Geschichten im Vivarium

In der Terrarienabteilung im Vivarium tut sich momentan viel. Mehrere Terrarien sind komplett renoviert worden. Neu sind die skurrilen Nasennattern ausgestellt und Hundskopfboas teilen sich ein Terrarium mit Baumsteigerfröschen.

Die Spitznasennatter (auch Langnasennatter) hat sich im Vivarium bereits vermehrt!

Neu im Vivarium zu sehen sind ab sofort Vietnamesische Spitznasennattern (Rhynchophis boulengeri). Ihre natürliche Heimat ist der immergrüne subtropische Asiatische Regenwald bis in etwa 2000m über Meer. Sie leben meist auf Sträuchern und in den unteren Bereichen der Bäume. Auffällig ist der extrem spitz zulaufende Kopf, der in einem flexiblen Fortsatz endet. Über dessen Funktion ist bisher praktisch nichts bekannt, vermutlich dient er der Tarnung im Lebensraum.
Spitznasennattern sind eierlegend. Am 18.10.2013 legte ein Weibchen drei Eier, wovon eines befruchtet war und sich perfekt entwickelte. Am 10.12.2013 schlüpfte die erste „Basler Spitznasennatter“ im Vivarium. Sie ist momentan in einem separaten Aufzuchtsterrarium zu bestaunen.

Baumsteigerfrösche mit exotischer Fortpflanzungstechnik

Baumsteigerfrösche werden oft auch als „Pfeilgiftfrösche“ bezeichnet. Einige Arten dienen südamerikanischen indigenen Völkern als Giftlieferanten für die Fertigung von Giftpfeilen, die sie zur Jagd einsetzen. Die Frösche nehmen in der Natur das Gift oder Teile davon mit ihrer Nahrung auf, die vorwiegend aus Milben, Ameisen oder kleinen Käfern besteht. Aus den aufgenommenen Substanzen produziert der Frosch hochgiftige körpereigene Sekrete, die er über die Haut abscheidet. Mit diesem Hautgift werden die Giftpfeile imprägniert, bevor sie mit dem Blasrohr abgeschossen werden. Mit ihrer auffälligen Körperfärbung unterstreichen die Pfeilgiftfrösche ihre Ungeniessbarkeit.
Noch Unglaublicheres ereignet sich bei der Fortpflanzung: Die Baumsteigerfrösche laichen meist auf Blättern oder in Höhlen auf den Regenwaldbäumen. Das Männchen transportiert die Kaulquappen später auf dem Rücken in kleine Wasseransammlungen auf den Bäumen. Die Weibchen einiger Arten füttern die Kaulquappen mit unbefruchteten Nähreiern, bei anderen ernähren sich die Larven bereits selbstständig von Algen oder Insekten.
In Menschenobhut geborene Nachzuchten besitzen in den meisten Fällen kein Hautgift mehr. Im Vivarium sind zwei Arten ausgestellt, der Färberfrosch (Dendrobates tinctorius ) und der Dreistreifen-Blattsteiger (Epipedobates anthonyi).

Hundskopfboa oder Gartenboa (Corallus hortulanus)

Hundskopfboas sind extreme Tarnkünstler: Sie verbringen die meiste Zeit komplett unsichtbar und zusammengerollt auf dem Geäst in den südamerikanischen Regenwäldern östlich der Anden und warten, bis es Nacht wird. Sie jagen meist in totaler Finsternis und benützen dazu spezielle Wärmesinnesorgane, die Labialorgane, mit denen sie warmblütige Säugetiere und Vögel „sehen“ können. Die Labialorgane auf den Oberlippen registrieren Infrarotstrahlung und liefern der Schlange ein zwar sehr unscharfes, aber doch eindeutiges Wärmebild der Umgebung.

Quelle: PM Zoo Basel