Zoo Basel: Neuer teuflischer Vivariumsbewohner

Foto: Zoo Basel

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Die Steinfische im Zoo Basel haben einen neuen Mitbewohner erhalten: den Teufelsfisch, ein „gefürchig“ aussehender Verwand-ter dieser ebenfalls giftigen Fischart.

Der Teufelsfisch (Inimicus didactylus) sieht nicht nur schaurig aus, er ist auch sehr giftig, genau wie die im gleichen Aquari-um lebenden Echten Steinfische mit denen er nahe verwandt ist. Noch ist er mit seinen rund zwölf Zentimetern ein recht kleiner Teufel, im Verlaufe seines Lebens kann er aber bis auf 25 Zen-timeter heranwachsen.

Auffällig getarnt
Der ganze Körper des Teufelsfisches ist mit Hautlappen und war-zenartigen Hautdrüsen bedeckt. Was für das menschliche Auge eher abschreckend aussieht, ist nichts anderes als Tarnung. Die unregelmässige Körperoberfläche löst die Konturen des Fisches optisch auf. Vor einem Korallenriff-Hintergrund verschwindet er fast völlig. Der Teufelsfisch ist nicht nur mit Stacheln und Knubbeln bedeckt, auch scheint sein Körper mit Löchern über-säht. Dies ist aber nur schauriger Schein, denn einzig seine Farbgebung vermittelt diese Täuschung.
Wie bei Echten Steinfischen sitzen auf dem Rücken des Teufels-fisches giftige Stacheln. Das Gift ist dem der anderen Steinfi-sche sehr ähnlich. Keinesfalls sollte man auf einen dieser Fi-sche treten. Der Stich ist zwar nicht tödlich aber extrem schmerzhaft. Das Gift ist in Drüsen an der Basis der Rücken-flossen gespeichert und wird beim Drauftreten regelrecht inji-ziert. Auch Schwimmer oder Taucher, die beim Schwimmen über die Giftstacheln streifen, können sich verletzen.

Der mit der grossen Klappe
Das auffälligste Merkmal ist das Maul des Teufelsfisches: Es schaut praktisch senkrecht nach oben. Als Fischfresser vergräbt sich der Teufelsfisch– wie die Steinfische auch – im Sand, und nur die Augen und manchmal die Rückenflossen schauen heraus. Auf Jagd braucht er nicht zu gehen: Zum Fressen reisst er ein-fach das riesige Klapp-Maul weit auf und die vorbeischwimmende Beute wird wegen dem so entstehenden Unterdruck in den Schlund gezogen. Die Kiefer und das Gaumendach sind gespickt mit schar-fen Zähnen. Einmal festgehaltene Beute kann kaum mehr entkom-men.

Unübersehbar sind auch die grossen, stark gefärbten Brustflos-sen. Die ersten beiden Strahlen liegen frei und der Fisch kann mit ihnen wie mit kleinen Beinchen am Meeresgrund herumspazie-ren. Er nutzt diese Flossen aber auch zur Warnung. Nähert sich ein Fresskonkurrent, spreizt er diese Flossen weit ab, was auch den letzten hungrigen Nebenbuhler vertreibt.

Das Leben der Teufelsfische ist noch beinahe unerforscht. Es ist nicht viel mehr über sie bekannt ausser, dass die Larven beim Schlüpfen bloss 1,5 bis 2,3 Millimeter gross sind und da-nach ein planktonisches (im Wasser schwebendes) Stadium durch-laufen. Wie sie sich fortpflanzen, liegt komplett im Dunkeln und niemand weiss, wie alt diese Fische werden können.

Teufelsfische sind im Indischen Ozean und im westlichen Pazifik weit verbreitet. Sie leben vor allem in tropischen Meeresgebie-ten, Korallenriffen und Mangroven, oft auch im Brackwasser von 5 bis 450 Metern Tiefe.

Quelle: PM Zoo Basel