Zoo Basel: Schon jetzt wieder 30 junge Flamingos

Die Erfolgsgeschichte der Flamingos im Zoo Basel wird auch im laufenden Jahr fortgeschrieben: Auf der Flamingo-Anlage sind bereits wieder rund 30 Junge der rosa Vögel mit dem gebogenen Schnabel geschlüpft. Der Schnabel ist eine biologische Raffinesse, die so in der Natur einzigartig ist.

Flamingos (Phoenicopterus roseus) sind ein fester Bestandteil des Zoo Basel. Seit 1879 werden sie im Zolli gehalten. 1958 schlüpfte das erste Flamingojunge. Seitdem sind über 500 Flamingos im Zoo Basel erfolgreich nachgezüchtet worden. Der Zolli ist einer der weltweit führenden Zoos in der Flamingo-Zucht. Mit der Eröffnung der neuen Anlage 1991 wurde nicht nur die Anlage optimiert, sondern auch die Gruppe vergrössert. Dieses Jahr ist ein regelrechtes Erfolgsjahr. Von den rund 120 Altvögeln haben ca. 90 Vögel an der Brut teilgenommen. Rund 30 Jungvögel sind bereits wieder geschlüpft, und die Chancen stehen gut, dass noch weitere schlüpfen werden.

Steht man vor der grosszügigen Anlage der Flamingos, so fallen bei der Beobachtung dieser grazilen Vögel, abgesehen von den zahlreichen Jungtieren, noch zwei weitere Sachen sofort auf. Die Flamingos sind rosa und haben lange Beine. Bei genauer Betrachtung ist zusätzlich zu sehen, dass ihr Schnabel krumm ist: Eine biologische Raffinesse, die so in der Natur nicht noch einmal vorkommt. Schaut man den Vögeln bei der Nahrungsaufnahme zu, lüftet sich das Geheimnis um den gebogenen Schnabel. Dieser wird „verkehrt“ herum (Oberschnabel zuerst) in das Wasser getaucht und hin und her geschwenkt. Am Unter- wie Oberkiefer liegen Lamellen mit feinen Härchen, die in ihrer Funktion an die Barten der Bartenwale erinnern. Während der Vogel seinen leicht geöffneten Oberschnabel im Wasser hin und her schwenkt, bewegt sich die Zunge – wie eine Pumpe – nach hinten und nach vorne. Dabei wird das Wasser samt der kleinen Futterpartikel in den Schnabel befördert. Drückt die Zunge wieder nach vorne, wird der Schnabel ein wenig geschlossen. Das Wasser strömt entlang der Lamellen nach draussen, und die Futterpartikel bleiben an den feinen Haaren hängen. Feine Papillen am Gaumen und auf der Zunge sorgen für einen Weitertransport des Futters Richtung Magen. Dieser Vorgang geschieht so schnell, dass ein Beobachter lediglich das Plätschern des Wassers um den gebogenen Schnabel wahrnimmt. Bis zu fünf Mal pro Sekunde pumpt die Zunge Wasser rein und raus.

Quelle: PM Zoo Basel