Zoo Basel: Visayas-Pustelschweine ergänzen Panzernashorn-WG

Foto: Zoo Basel

Erstmals sind im Zoo Basel Visayas-Pustelschweine zu sehen. Die beiden Weibchen zeigten anfangs grossen Respekt vor den mächtigen Panzernashörnern, mit denen sie gemeinsam eine Anlage bewohnen. Visayas-Pustelschweine kommen nur auf den Philippen vor und sind vom Aussterben bedroht.

Die neuen Visayas-Pustelschweine (beide zwei Jahre alt) trafen am 14. September im Zoo Basel ein. Bevor sie ihre Mitbewohner kennenlernen durften, gewöhnten sie sich im Vorhof des Nashornhauses an ihr neues Zuhause. Nach einem medizinischen Check durch den Zootierarzt war es soweit: Der Tierpfleger öffnete die Tore zur Nashornanlage und die beiden Schweinchen spazierten vorsichtig auf das neue Terrain.

Erstes Date mit Mitbewohnern
Nashorn Quetta ignorierte die beiden Schwestern zunächst. Nashorn Saar aber war gar nicht begeistert und jagte ihnen hinterher. Schnell entspannte sich die Lage und nun spazieren die beiden Schweine ruhig aber vorsichtig auf der ganzen Anlage umher. Dort sind sie bereits auf weitere Mitbewohner gestossen: Die Zwergotter waren anfangs recht frech und gifteten die Schweine an, was diese aber nicht beindruckte. Die Zwergotter gaben schnell auf und nun kommen die Schweine mit ihnen ebenso gut klar, wie mit den Chinesischen Muntjaks, die ebenfalls auf der Nashornanlage zu Hause sind.

Obwohl die zweijährigen Schwestern gleich alt sind, ist eine von ihnen deutlich kleiner als die andere. Überhaupt sind Visayas-Pustelschweine mit einer Kopfrumpflänge von 80 bis 100 Zentimetern und einer Schulterhöhe von rund 60 Zentimetern eine eher kleine Schweine-Art. Im Gesicht haben Pustelschweine drei Paar pustelförmige Schwellungen, die ihnen ihren speziellen Namen eingetragen haben. Ihre Nahrung besteht aus Wurzeln, Sprösslingen, Früchten, Pilzen, Eiern, Insekten, kleinen Wirbeltieren und Aas.

Selten und bedroht
Visayas-Pustelschweine kommen endemisch auf den zu den Philippinen gehörenden westlichen Visayas-Inseln vor. Ihr Bestand hat in den letzten 20 Jahren um 80 Prozent abgenommen. Sie sind vom Aussterben bedroht. Jagd, Lebensraumverlust und Hybridisierung mit anderen Arten (Wildschweine wie auch Hausschweine) machen ihnen das Leben schwer. Die letzten zerstückelten Populationen leben auf kleinem Raum. Immer mehr wird ihr Lebensraum jedoch abgeholzt und die verbleibenden Flächen für die Landwirtschaft genutzt. Die Schweine werden gejagt, zum einen weil sie die Felder verwüsten, zum anderen erzielt ihr Fleisch auf dem Markt einen doppelt so hohen Preis wie Hausschweine.

Zuchtprogramm für Visayas-Pustelschweine
Im Jahr 1992 wurde das Visayan Warty Pig Conservation Programme (VWPCP) unter der Schirmherrschaft des San Diego Zoos und des Department für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Regierung der Philippinen gegründet. Untersuchungen zu noch existierenden Beständen, Kampagnen zum Aufbau neuer Schutzgebiete, Projekte zur Bildung der lokalen Bevölkerung, lokale Zuchtzentren wie auch international geführte Zuchtprogramme wurden lanciert. 2004 konnten die europäischen Zoos als Leihgabe der philippinischen Regierung vier Paare Visayas-Pustelschweine importieren. In der EAZA wird ein EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm geführt. 36 Zoos in Europa halten 147 Tiere.

Quelle: PM Zoo Basel

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