Zoo Basel: Weissknie-Vogelspinne hat ein neues Zuhause

Weissknie-Vogelspinne - Foto: Zoo Basel

Weissknie-Vogelspinne – Foto: Zoo Basel

Härchen für alles – Weissknie-Vogelspinne hat ein neues Zuhause

Im neu eingerichteten Terrarium 61 versteckt sich im Vivarium im Zoo Basel eine Weissknie-Vogelspinne in einer Höhle. Man muss schon etwas suchen, um sie zu sehen. Eigentlich sind Vogelspinnen für die meisten Menschen eine eher gruslige Angelegenheit: an sich unnötigerweise, denn die haarigen Krabbler sind hochinteressant und bei freundlicher Behandlung fast völlig ungefährlich.

Dennoch etwas furchterregend sind die Beissklauen der Vogelspinnen, mit denen sie Beute erlegen. Die giftigen Klauen schlagen sie in ihr Opfer. Dabei dringt Gift in die Wunde, welches den Körper der Beute zersetzt. Für uns Menschen allerdings ist dieses Gift nicht gefährlich, lediglich schmerzhaft. Auch kommt es nur sehr selten zu Bissunfällen mit Vogelspinnen, denn die wissen wohl, dass sich Menschen nicht fressen lassen.

Hören mit Haaren

Vogelspinnen sehen mit ihren acht kleinen Augen zwar sehr gut und können die kleinsten Bewegungen in ihrer Umgebung wahrnehmen. Die wichtigsten Sinnesorgane sind jedoch Haare. Haare gibt’s für jeden Zweck: Es gibt Tasthaare, Haare zum Hören, zum Riechen und Haare zum Schmecken! Die exotischsten Haare der Vogelspinne jedoch sind die Brennhaare auf dem Hinterleib. Letzteren verdanken viele amerikanische Vogelspinnen die bisweilen benutzte Bezeichnung „Bombardierspinnen“. Wenn sie sich bedroht fühlen, schleudern sie mit den Hinterbeinen so genannte Brenn- oder Reizhaare, die auf dem Hinterleib wachsen, auf ihre Gegner. Gelangen solche Haare in die Augen oder auf Haut und Schleimhäute, verursachen sie bisweilen schmerzhafte, entzündliche Reaktionen.

Vogelspinnen krabbelten schon um Dinofüsse

Vogelspinnen gibt’s außer in der Antarktis auf allen Kontinenten. Das liegt daran, dass sich die gemeinsamen Vorfahren der heute lebenden Vogelspinnen bereits vor 350 Millionen Jahren auf dem Superkontinent Pangäa entwickelten, bevor dieser in die heutigen Kontinente zerbrach. Die Evolution der Vogelspinnen reicht also in die Urzeit der Dinosaurier zurück!
Die Weissknie-Vogelspinne lebt in brasilianischen Regenwäldern, vorwiegend am Boden, wo sie sich am liebsten in kleinen Höhlungen unter Wurzeln oder Steinen versteckt. Bei der Nahrung ist sie nicht wählerisch und frisst alles, was sich überwältigen lässt. Meist sind das Insekten, selten aber auch Jungvögel, kleine Nagetiere oder Schlangen.

Quelle: PM Zoo Basel