Zoo Basel: Zuwachs bei den Muntjaks

Foto: Zoo Basel

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Ende Juni 2016 kamen drei weibliche Muntjaks aus dem Zoo Leipzig in den Zoo Basel. Damit leben nun fünf weibliche Muntjaks in der Nashornanlage des Zolli. Zusammen mit Nashörnern, Ottern und Pfauen bilden sie eine spezielle Lebensgemeinschaft.

In der Nashornanlage des Zoo Basel leben nicht nur die bekannten Panzernashörner, sondern auch Zwergotter, Pfauen und ganz kleine Hirsche, die Chinesischen Muntjaks. Da Chinesische Muntjaks lediglich 50 cm hoch sind und sich mitunter gerne im hohen Gras der Pflanzeninseln verstecken, braucht es schon ein gutes Auge und etwas Zeit, um diese Mini-Hirsche sehen zu können. Es sei denn, es ist gerade Fütterungszeit, dann erlebt der Besucher, wie ein Zwei-Tonnen-Tier bereitwillig den Tisch mit einem Winzling teilt.

Chinesische Muntjaks zählen zu den kleinsten Hirschen auf der Welt. Genau wie ihre grossen Verwandten, die heimischen Rothirsche, tragen bei den Muntjaks auch nur die Männchen ein Geweih. Dieses ist rund 15 cm lang und sehr spitz. Im Gegensatz zu den Rothirschen haben Muntjak-Männchen verlängerte obere Eckzähne mit einer Länge von bis zu 5 cm. Diese werden sehr effektiv als Waffe eingesetzt. Die Weibchen haben weder ein Geweih noch verlängerte Eckzähne und verlassen sich auf ihre Tarnung zum Schutz gegen Fressfeinde. Das Fell ist rotbraun, und der Körperbau ist eher gedrungen. Beobachtet man ihre Bewegungen, so wirken sie immer etwas unsicher und ‚abgehackt’. Aber dieses kurze Verweilen zwischen den einzelnen Schritten hilft ihnen, die Umgebung besser zu erkunden und abzusichern. Chinesische Muntjaks sind in Ost- und Südostasien verbreitet und leben als Einzelgänger oder in kleinen Gruppen. Die männlichen Tiere haben Reviere, die sie gegenüber anderen männlichen Artgenossen verteidigen. Weibliche Tiere bilden lose Gemeinschaften.

Muntjaks geniessen die Nähe zu den Nashörnern

Die fünf Muntjaks im Zoo Basel haben die Möglichkeit, die Anlagen der Nashörner mit zu benutzen oder die Inseln innerhalb der Anlagen aufzusuchen, wenn sie sich vom Trubel zurückziehen möchten. Im Winter haben die Tiere die freie Wahl zwischen den Stallungen der Nashörner oder ihrem eigenen Stall. Oftmals bevorzugen sie aber die Nähe der grossen Grauen und suchen sich dort ihren Schlafplatz. Die Zwergotter, von denen sich derzeit drei Männchen und ein Weibchen auf der Anlage tummeln, ignorieren die Muntjaks weitestgehend. Lediglich wenn es ums Fressen geht, kennen die quirligen Otter kein Pardon. Dann wird das Futter der zurückhaltenden Muntjaks durchwühlt in der Hoffnung, einen Leckerbissen ergattern zu können. Es scheint, dass die Muntjaks deshalb die Nähe der ruhigen Nashörner so geniessen. Diese ignorieren die kleinen braunen Mitesser komplett und fühlen sich durch ihre Nähe in keinster Weise belästigt. Die Pfauen finden sich immer zu gewissen Zeiten auf der Anlage ein. Zum einen schätzen sie die Futtervielfalt, zum anderen aber auch den Schutz auf der Anlage, wenn sie Junge führen. Da die Pfauen im Zolli flugfähig sind, können sie jederzeit die Anlage verlassen.

Bei einem Besuch im Sautergarten des Zoo Basel lohnt es sich, etwas Zeit mitzubringen, denn vielen Besuchern entgeht es oft, dass die grossen Grauen nicht alleine auf ihrer Anlage leben. Das geübte Auge wird aber die kleinen braunen Tiere schnell entdecken können, wenn nicht vorher schon die wuseligen Otter für Aktion auf der Anlage gesorgt haben.

Quelle: PM Zoo Basel