Zoo Berlin eröffnet Panda Garden

Foto: Simon Pannock

Die Eröffnung der von dan pearlman Erlebnisarchitektur entworfenen Panda-Anlage im Berliner Zoo wurde von einem Staatsakt begleitet. Bundeskanzlerin Angela Merkel, der chinesische Präsident Xi Jinping und der Berliner Bürgermeister Michael Müller nahmen heute an dem Zeremoniell teil.

Anspannung und Vorfreude liegen in der Luft. Dann betreten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Xi Jinping die rote Brücke von Panda Garden und loben in ihren Festreden nicht nur das deutsch-chinesische Verhältnis, sondern auch das neue Zuhause von Meng Meng und Jiao Qing. 5480 m2 groß ist das Areal, auf dem in den letzten acht Monaten die beiden großzügigen, von Bambus, Gesteinsformationen und kleinen Wasserläufen geprägten Außengehege sowie das architektonische Herzstück der Anlage, ein modernes Gebäude mit Besucher-Plaza entstanden sind. Nachdem Angela Merkel und Xi Jinping den roten Vorhang gelüftet haben, strömen die Eröffnungsgäste und Journalisten auf die Plaza. Die Pandas sitzen derweil entspannt in ihren Innengehegen und wirken unbeeindruckt. Eineinhalb Wochen hatten die Bären schon Zeit, sich im Berliner Zoo einzugewöhnen. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit haben sie sich von ihrer Reise akklimatisiert und erobern nun nach der Quarantänezeit ihre Außenanlage.

Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem findet die von dem Berliner Architekturbüro dan pearlman Erlebnisarchitektur entworfene Panda-Anlage gelungen. „Den Pandas wird es hier ganz bestimmt gefallen. Mit dem Panda Garden und seinen Bauwerken im Stil chinesischer Pagoden bringen wir ein Stück China zurück ins Herz von Berlin.“

Die Freude über die Eröffnung ist auch dem Architektenteam von dan pearlman Erlebnisarchitektur und seinen für das Baumanagement zuständigen Partnern von emproc bpm anzusehen. In nur 14 Monaten haben sie die Panda-Anlage geplant und gebaut. „Alle Projektbeteiligten haben wirklich herausragende Arbeit geleistet. Das Panda Garden so schnell realisiert werden konnte, ist vor allem der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit emproc BPM, Glass Bau und den weiteren Firmen zu verdanken“, lobt die Projektmanagerin Anna Buttkus.

Mit der Fertigstellung des Objekts zeigt sich, dass das Spiel der Architekten mit architektonischer Historie und Moderne aufgeht. Schon vom Elefantentor beeindruckt der rotleuchtende chinesische Besucherpavillon. Der architektonische Gegensatz daneben wirkt. Das Hauptgebäude mit seiner Besucher-Plaza ist eine überzeugende Neuinterpretation des traditionellen, chinesischen Pavillonbaus. Das Betondach scheint auf der Plaza zu schweben, die als Bambus stilisierten Stahlstützen sind als solche kaum zu erkennen. Insgesamt wirkt das Gebäude luftig und zurückgenommen. Es ermöglicht der Landschaft durch die gesamte Anlage zu fließen und vermag die Grenzen zwischen Außen und Innen aufzulösen.

„Panda Garden lädt die Besucher und Besucherinnen ein, ein Stück China zu erleben und den seltenen Pandas nahe zu kommen“, sagt der Geschäftsführer Kieran Stanley. „Zugleich erlaubt es eine hoch moderne Haltung der sensiblen Tiere und bietet auch der Forschung Raum.“
Anna Buttkus ergänzt „Es ist uns gelungen, die Grundidee des Designs durch alle Projektphasen zu transportieren. Diese Stringenz und der Drive des Projektes machen die Arbeit an der Panda-Anlage für mich besonders. Panda Garden zu leiten war aufregend, spannend, herausfordernd. Es hat Spaß gemacht.“

Wissenswertes rund um das Leben der Pandas vermittelt eine Ausstellung entlang der Anlage und der Plaza, die von dan pearlman Markenarchitektur entwickelt wurde und mit ihrem Design die natürliche und klare Anmutung des Panda Garden fortsetzt. Um ein harmonisches Gesamtbild herzustellen, wurden eigens für die Ausstellung ein Alphabet in Pinselstrich-Optik sowie Illustrationen in Anlehnung an die klassische, chinesische Tuschemalerei entwickelt.

Wohldurchdacht haben die Ausstellungsmacherinnen die Informationen in die Anlage integriert. Mal werden sie durch an Papyrusrollen erinnernde Infotafeln kommuniziert, mal prangen sie an rot leuchtenden Lampions. Spezielle Kindertafeln erweitern die Ausstellung um eine spielerische Entdecker-Ebene.

Bereits beim Richtfest sagte der Berliner Bürgermeister Michael Müller, man könne schon jetzt sehen, dass Panda Garden begeistern wird. Davon überzeugten sich nun vier Monate später auch die Gäste der Eröffnungsfeier. Ab dem 06. Juli ist Panda Garden auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich, mit einem chinesischen Fest begeht der Zoo bis zum 09. Juli den Einzug der Tiere.

Zahlen & Fakten
Leistungen: Architektur und Landschaftsarchitektur (LPH 1 – 9 nach HOAI), Kommunikation und Ausstellung
Planungszeit: April 2016 – Juni 2017
Bauzeit: Oktober 2016 – Juni 2017
Eröffnung: 05. Juli 2017

Grundstücksgröße: 5480 m2
Bebaute Fläche: 614 m2
Bruttogeschossfläche: 614 m2
Bruttorauminhalt: 2940 m3
Baukosten: ca. 10 Mio. Euro

815 Bambuspflanzen, 45 Bäume und 90 Sträucher wurden im Panda Garden verpflanzt.
20 Tonnen Naturstein wurden in die Anlage integriert.
160 m2 Kunstfelsen schmücken die Fassade auf der Plaza.
180 qm verglaste Fläche geben Einblick in die Innengehege der Großen Pandas.
160 qm verglaste Fläche geben Einblick in die Außengehege der Großen Pandas.
46 Säulen in Bambusoptik tragen das Betondach.
Gut 180 laufende Meter Zaun fassen die Panda-Gehege ein, davon bestehen 50 Meter aus imitiertem Bambus.

Quelle: PM dan pearlman Erlebnisarchitektur

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