Zoo Dortmund: Giraffenbulle bei Transport nach Portugal gestorben

Foto: SP

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Der Dortmunder Giraffenbulle Vuai (geboren am 24.11.2008) ist bei dem Transport in den Zoo San Inacio von Avintes (Portugal) vermutlich einem Kreislaufversagen erlegen.

Am gestrigen Montagvormittag (26.10.2015) wurde Vuai erfolgreich in den Spezialtransporter eines erfahrenen Tiertransportunternehmens verladen. Sowohl logistisch als auch technisch schien alles in Ordnung, heißt es in einer Medienmitteilung des Dortmunder Zoos.

Kurz nach der Abfahrt meldeten die Fahrer, dass Vuai sich niedergelegt habe – eine für Giraffen stets prekäre Situation. Daraufhin kehrte der Transport in den Zoo zurück. Der Giraffenbulle hatte eine Kreislaufschwäche auf dem Hänger, die zum Festliegen führte. Trotz aller Bemühungen (Kreislaufmittel, Infusionen, Schockbehandlung) konnte er nicht wieder auf die Beine gestellt werden. Einmal hatte er es fast geschafft, aber es war ihm nicht möglich, die Beine für das Aufstehen unter den Körper zu ziehen.

Giraffen haben ein ausgeklügeltes Kreislaufsystem, welches die sehr hoch gebauten Tiere selbst in Kopf und Hals noch mit ausreichend Blut und Sauerstoff versorgt. Je nach Position und Zeitfaktor führt das Liegen jedoch rasch zu Kreislaufproblemen und endet in vielen Fällen tödlich. Bei niedergelegtem Kopf kann es zu Blutdruck-Problemen kommen. Tiere, die sich unfreiwillig festlegen, kollabieren aus dem Grund rasch.

Vuai wird in den nächsten Tagen und Wochen untersucht, um festzustellen, ob er sich bereits beim Niederlegen im Transporthänger eine Verletzung zugezogen hat, die ihm ein Aufstehen nicht mehr ermöglichte.

Vuai war das zweite Kalb der Giraffenkuh Gambela, die im Zoo geboren wurde, und damit ein Enkel des legendären Giraffenbullen Ovambo.

Die Dortmunder Giraffen gehören zur Unterart der Angola-Giraffe und wurden hier 1986 eingeführt. Das EAZA-Ex-situ-Programm (EEP) für Giraffen hatte vor rund drei Jahren entschieden, dass alle Vertreter dieser Unterart künftig in Zoos auf der Iberischen Halbinsel gehalten werden, um das Zuchtmanagement dieser Tiere zu optimieren. Daher sollte auch Vuai die Reise in den sonnigen Süden antreten.

Für die zuständigen Tierpfleger, Gärtner und Handwerker, die gemeinsam mit der Zootierärztin versucht haben, das Leben Vuais zu retten, ist der vergangene Montag ein schwarzer Tag.

Quelle: PM Stadt Dortmund