Zoo Dresden: Große Sorge um Leistenkrokodil „Max“

Foto:  Zoo Dresden / Winfried Gensch

Foto: Zoo Dresden / Winfried Gensch

Mit einem Alter von knapp 60 Jahren und einem Gewicht von über 400 kg ist das Leistenkrokodil „Max“ sicherlich eines der ältesten und größten dieser Tiere in Europa. Bereits seit Jahrzehnten wird er von großen und kleinen Besuchern im Zoo Dresden bewundert, erfreute sich immer bester Gesundheit und zeigte sich vor allem seit dem Umzug ins Prof. Brandes-Haus im Jahr 2010 sehr schwimmfreudig und mobil.

Seit den vergangenen Wochen jedoch bereitet Max’s Gesundheitszustand dem Zoo große Sorgen – er wird zunehmend lethargisch und schwach, verweigert die Futteraufnahme und zeigt Bewegungsstörungen. Die eingeleitete Therapie mittels Antibiotikum und Schmerzmittel brachte bisher keine positive Wirkung. Die Behandlung des Krokodils gestaltet sich zudem naturgemäß schwierig, da „Max“ trotz seines sonst ruhigen Wesens zu den potentiell gefährlichsten Tieren des Dresdner Zoos gehört. Eine Blutprobe, die mit viel Geduld und Glück durch den Gehegezaun aus einer Vene am Schwanz gewonnen werden konnte, ergab deutliche Hinweise auf eine stark eingeschränkte Nierenfunktion des knapp fünf Meter langen Patienten. Dies ist kein ungewöhnlicher Befund für ein Tier dieses Alters, leider jedoch bei „Max“ schwierig zu behandeln und zumeist nicht heilbar.

So wurde nun nach sorgfältiger Abwägung von Tierärzten die Entscheidung zu einer Narkose
getroffen, um „Max“ mit der Unterstützung von Spezialisten zu untersuchen und weitere Erkrankungen
auszuschließen. Obwohl dies für das Krokodil aufgrund der reduzierten Organfunktion mit einem nicht
unerheblichen Risiko einhergeht, ist diese Maßnahme unumgänglich. Nur eine tiefe Narkose erlaubt die
gefahrlose Annäherung und Untersuchung, auf deren Grundlage eventuelle Behandlungsmöglichkeiten
diskutiert werden können. Sollten sich Hinweise auf zusätzliche Erkrankungen oder eine weitere
Verschlechterung der Blutwerte ergeben, muss zum Wohl des Tieres auch eine Euthanasie ernsthaft in
Erwägung gezogen werden, um „Max“ eine unnötige Verlängerung seines Leidens zu ersparen.
Als Vorbereitung auf die Narkose wird das Wasserbecken in den kommenden Tagen abgelassen und
„Max“ wird ausschließlich auf dem Landbereich zu sehen sein. Am Dienstag (9. Juni 2015) am Tag der Narkose wird das Prof. Brandes-Haus für die Besucher ganztägig geschlossen bleiben. Somit sind die Koalas und Faultiere an diesem Tag leider auch nicht zu sehen.

Quelle: PM Zoo Dresden und zoogast.de