Zoo Dresden: Schneeleopardennachwuchs aufgrund von Augenerkrankung eingeschläfert

Die drei kleinen Schneeleoparden, die am 22. Juni 2017 im Zoo Dresden zur Welt kamen, mussten eingeschläfert werden. „Schweren Herzens haben wir uns am 21. Juli 2017 entschieden, die drei zum damaligen Zeitpunkt erst 4 Wochen alten Jungtiere der Schneeleoparden einzuschläfern“, sagt Zootierarzt Dimitri Widmer.

Bereits etwa eine Woche zuvor war aufgefallen, dass die Jungtiere eine Erkrankung der Augen aufwiesen, ein sogenanntes Kolobom. Bei dieser Erkrankung fehlen Teile des Augenlids, so dass die empfindliche Hornhaut ungeschützt bleibt. Somit kommt es schnell zu Reizungen, Entzündungen und Infektionen des Auges, die letztlich zur Erblindung führen können. Oftmals weisen die Augen auch im Inneren Defekte auf. Bei einer ersten, äußerlichen Untersuchung am 15.07. wurden die Veränderungen der Lider dokumentiert und die Befunde unmittelbar an die Leitung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für den Schneeleoparden sowie den für diese Spezies zuständigen beratenden Tierarzt der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) übermittelt. Beide rieten daraufhin übereinstimmend zur genaueren Untersuchung und ggf. Euthanasie der Tiere. Am 21.07. fand im Zoo Dresden eine weitere Untersuchung mit der Hilfe eines auf Augenheilkunde spezialisierten Tierarztes statt. Dabei wurden neben Liddefekten zusätzlich pathologische Veränderungen des Sehnervs gefunden, die zu einer Einschränkung der Sehfähigkeit führen und Folgeerkrankungen nach sich ziehen können. Zudem bestand bei einem Tier eine Keratopathie (degenerative Veränderung der Hornhaut). Bei der Erkrankung handelt es sich um weltweit bei Schneeleoparden auftretende, angeborene und möglicherweise genetisch bedingte Veränderungen, deren Ursache nicht abschließend geklärt ist. Auch ein nutritiver, toxischer oder infektiöser Hintergrund ist möglich. „Die Tierkörper werden nun am Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin eingehend pathologisch untersucht, um einer Aufklärung der Krankheit möglicherweise einen Schritt näherzukommen“, so Dimitri Widmer. Somit können zukünftige Würfe hoffentlich von neuen Erkenntnissen profitieren. Über eine weitere Zucht mit dem Dresdner Schneeleopardenpärchen „Istari“ und „Askin“ wird intensiv beraten werden müssen, wobei den Empfehlungen des EEPs eine zentrale Bedeutung zukommt. Die Mitarbeiter des Zoo Dresden sind verständlicherweise sehr traurig über diese unerwartete Entwicklung.

Quelle: PM Zoo Dresden

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