Zoo Dresden: Todesursache von Krokodil Max jetzt bekannt

Foto:  Zoo Dresden / Winfried Gensch

Foto: Zoo Dresden / Winfried Gensch

Vor einer Woche, am 06.07.2015, fand die pathologische Untersuchung des verstorbenen Leistenkrokodils
Max statt, bei der die zugrunde liegenden Erkrankungen eindeutig festgestellt werden konnten. Mit der Bekanntgabe dieser Befunde wurde absichtlich noch etwas gewartet, um eventuelle Ergebnisse der weiterführenden Untersuchungen berücksichtigen zu können. Jetzt liegen zwei Hauptbefunde vor, die zur Erkrankung und schließlich zum Tod von Max geführt haben.
Zum einen wies Max` rechtes Schultergelenk eine hochgradige, eitrig-nekrotisierende Entzündung auf,
durch die keine normale Gelenkstruktur erhalten geblieben war. Auch das umliegende Muskel- und
Bindegewebe war bereits betroffen. Dies erklärt, warum Max seit einiger Zeit nicht mehr in der Lage war, das betroffene Bein nach vorne zu führen. Zum anderen litt Max unter einer hochgradigen, eitrigen
Bronchitis mit zahlreichen Lungenabszessen, so dass seine Lungenfunktion stark eingeschränkt gewesen
sein dürfte.

An den übrigen Organen konnten keine krankhaften Befunde festgestellt werden. Auch die entzündlichen
Veränderungen der Füße waren verhältnismäßig gering und in Abheilung. Der Verdacht einer Ausbreitung bakterieller Krankheitserreger, ausgehend von den Verletzungen der Füße, kann somit nicht eindeutig bestätigt werden. Insbesondere die Infektion im Schultergelenk hat vermutlich eine andere, aber leider unklare Ursache.

Der Fall von Max zeigt mit aller Deutlichkeit, wie begrenzt oftmals die Möglichkeiten der exakten
Diagnosestellung bei Wildtieren sind. Durch eine computertomographische Untersuchung hätten die
Erkrankungen vermutlich gut sichtbar gemacht werden können, jedoch ist eine solche Untersuchung
aufgrund der Größe, des Gewichts und der Gefährlichkeit des Krokodils nicht durchführbar. Die Masse des Tieres verhinderte leider auch die Darstellung des Schultergelenks bei der Röntgenuntersuchung von Max in Narkose. Für die – an sich richtige – Behandlung mit Antibiotika war das Krankheitsstadium zum
Zeitpunkt, als das Tier Symptome zu zeigen begann, schon zu weit fortgeschritten, und eine Heilung somit nicht mehr möglich. Wildtiere sind sozusagen darauf „programmiert“, ihre Krankheiten möglichst lange zu verbergen.

Einen kuriosen Fund gab es zu guter Letzt aber doch noch: trotz der häufig ins Becken geworfenen
Geldstücke fand sich in Max´ Magen nur eine einzige Münze – ein stark abgeschliffenes Zwanzig-Pfennig-Stück aus DDR-Zeiten.

Das Skelett des Krokodils wird nun durch die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden
aufgearbeitet und damit der Wissenschaft zur Verfügung gestellt. Vollständige Skelette solch großer
Krokodile sind laut Auskunft des Museums ausgesprochen selten. Ein Modell des enormen Schädels wird
dem Zoo Dresden zur Verfügung gestellt.

Um seiner immensen Beliebtheit unter den Zoobesuchern gerecht zu werden und zu zeigen, wie eng Max
mit der Dresdner Zoogeschichte der vergangenen 57 Jahre verknüpft ist, wird eine Informationstafel
vorbereitet, die in den kommenden Wochen mit Fotos und Texten an den besonderen Zoobewohner Max
erinnern soll.

Quelle: PM Zoo Dresden