Zoo Duisburg: Bärenstummelaffennachwuchs soll bald zur Gruppe zurück kehren

Klein, frech und selten!
Vom “gespenstischen“ Sorgenkind zum Mitarbeiterliebling

Es war ein schwerer Start ins Leben: Per Kaiserschnitt zur Welt gekommen und von der Mutter verstoßen war das kleine Bärenstummeläffchen schon früh auf die Hilfe ihrer menschlichen Ersatzfamilie angewiesen.
Bärenstummelaffen erinnern bei der Geburt an kleine „gruselige“ Gespenster. Ihr Körper ist cremig-weiß mit einem gräulichen Schwanz und schwarzen Augenringen. Allerdings färben die Jungtiere im Alter von wenigen Monaten komplett um: aus dem Negativ wird sozusagen das Positiv. Was weiß war wird mehr oder weniger schwarz und umgekehrt. Im Erwachsenenalter sind die Bärenstummelaffen dann schwarz und tragen ihren überlangen Schwanz in reinem Weiß!
Das Jungtier, welches am 19. Dezember 2013 das Licht der Welt erblickt hat, ist ein Weibchen, heißt Lily und gehört zu derzeit nur 35 Tieren, die weltweit in sechs Zoos gehalten werden. Der Zoo Duisburg hält mit zehn Tieren knapp 30% des Weltbestandes der Bärenstummelaffen in menschlicher Obhut und führt auch das Zuchtbuch dieser hochbedrohten Tierart. Umso erfreulicher ist es, dass sich die Besucher in Duisburg regelmäßig über Nachwuchs bei den Bärenstummelaffen freuen dürfen. In den letzten 35 Jahren wurden 36 Tiere am Kaiserberg geboren und im Zuge des Erhaltungszuchtprogramms an europäische Zoos verteilt.
In ihrer Heimat Westafrika werden Bärenstummelaffen noch immer intensiv als „bush meat“ gejagt und die Jungtiere lebend auf den lokalen Märkten als Haustiere verkauft. Neben der exzessiven Bejagung gehört die Lebensraumzerstörung durch die industrielle Abholzung großer Waldflächen und durch Feuerrodung für die Landwirtschaft zur Hauptbedrohung dieser interessanten Affenart.
Noch benötigt Lily die Fürsorge ihres Ziehpapas, doch nach und nach wird sie in den nächsten Wochen in die Bärenstummelaffengruppe integriert werden und ist dann auch für alle Besucher zu sehen.

Quelle: PM Zoo Duisburg