Zoo Erfurt: Nashorn-Nachwuchs in Sicht

Nach einigen Versuchen im Frühjahr war die Paarung der vom Aussterben bedrohten Breitmaulnashörner Ende Juli 2017 erfolgreich: der „Schwangerschaftstest“ endlich positiv. Immer nach einer Paarung wurde der Kot der Kuh 100 Tage lang geduldig gesammelt, tiefgefroren und dann im Sammelpaket verschickt. Banges Warten auf das Ergebnis. Diesmal sorgte der Bericht für große Freude: Die Universität in Wien bescheinigte ein positives Hormonprofil. Somit ist die lange Zuchtpause gebrochen, es geht wieder vorwärts. Allerdings ist noch Geduld gefragt, denn die Breitmaulnashörner haben eine Tragzeit von 16 und 18 Monaten. So wird das Kalb zu Weihnachten 2018 im Zoo Erfurt erwartet.

Für Marcita (12) wird es der erste Nachwuchs sein. Tierpflegerin Saskia Fiebig hofft, dass dann alles gut gehen wird. Dino (24) brachte schon Erfahrung in Sachen „Vaterschaft“ aus einem anderen Zoo mit. Ansonsten ist der Bulle bei Nashörnern nicht in die „Elternpflichten“ eingebunden.

Von 2001 bis 2009 war der Zoopark Erfurt für seine erfolgreiche Nashornzucht bekannt, sechs Kälber wurden aufgezogen und züchten nun in anderen Zoos in Europa. Doch in Erfurt gab es seit 2009 plötzlich eine lange Pause. Nichts half. Die Nashornkühe wollten den Bullen Kiwu nicht mehr. Auch nach dem Wechsel des Bullen durfte der Neue sich nicht erproben. Der Nashornzuchtkoordinator (EEP) stimmte zu, dass eine neue Kuh nach Erfurt kommen sollte. Vor einem Jahr kam dann Marcita aus Osnabrück.

Breitmaulnashornkuh Marcita stammt aus dem Serengeti-Safaripark Hodenhagen, lebte dann im Zoo Osnabrück und seit Dezember 2016 in Erfurt. Bulle Dino wurde im Zoo Usdi nad Labem, Tschechien geboren, reiste dann nach Poznan in Polen und lebt seit 2013 in Erfurt.

2001 gab es erstmals Nashorn-Nachwuchs im Thüringer Zoopark Erfurt: Limpopo, heute erfolgreicher Zuchtbulle im Safaripark Beekse Bergen, Niederlande. Fünf weitere Jungtiere folgten: Rimbo 2004, Amari 2005, Tuli 2007, Samia 2008 und Jambo 2009.

Die ersten Nashörner zogen 1982 im Thüringer Zoopark Erfurt ein. Sie stammten aus den US-amerikanischen Zoos von Memphis und San Diego, züchteten aber leider nicht. Sie lebten zusammen mit den Elefanten im alten Elefantenhaus. 1996 begann der Neubau des Nashornhauses. 1998 zogen dort zwei Nashörner ein, drei weitere Tiere folgten. Numbi, Temba und Kiwu begründeten die Nashornzucht im Thüringer Zoopark.

Quelle: PM Zoo Erfurt

Schreibe einen Kommentar