Zoo Halle: Wöchentliche Untersuchungen der Tragenden Elefantenkühe Bibi und Tana

Foto: Zoo Halle

Foto: Zoo Halle

Nach der kürzlich bestätigten Schwangerschaft der beiden halleschen Elefantenkühe Bibi und Tana, werden diese nun besonders aufmerksam von den Tierpflegern beobachtet. Dazu werden wöchentliche Urinproben genommen sowie regelmäßig Untersuchungen durchgeführt, um neue Aufschlüsse über den Schwangerschaftsverlauf sowie den Gesundheitszustand der beiden Elefantenmütter zu erhalten. Während bei Bibi die Geburt im September diesen Jahres erwartet wird, rechnet man bei Tana nicht vor Mitte nächsten Jahres mit der Geburt eines Jungtieres. Unter Leitung des Elefantenkurators Frank Müller werden derzeit in einer Arbeitsgruppe bestehend aus Zoodirektor, Tierpflegern, Tierarzt und externen Experten verschieden Geburtsszenarien diskutiert, um eine für Jungtiere und Mütter möglichst natürliche und sichere Geburt zu gewährleisten. Voraussichtlich wird man dabei auf eine Geburt in Anwesenheit der Herde setzen.

Nach dem tragischen Vorfall in 2013, in dem die bisher zweifache Mutter Bibi ihr drittes Jungtier „im Affekt“ getötet hat, sind die Verantwortlichen des Zoos in dieser Hinsicht besonders sensibilisiert. Trotzdem ist allen Beteiligten klar, dass der Verlauf der beiden Schwangerschaften sowie der Geburten in ihren natürlichen Werdegängen nur wenig zu beeinflussen sind. „Alles menschenmögliche was getan werden kann, um die Gesundheit der zu erwartenden Jungtiere aber auch der Mütter zu gewährleisten, wird auch getan“, so der Elefantenkurator Frank Müller. „Trotzdem bleiben immer gewisse Risiken, da zum Beispiel ein unmittelbares Eingreifen in den Geburtenvorgang faktisch nicht möglich ist“. So bleibt allen nur die Hoffnung, dass beide Elefantenkühe die Schwangerschaft komplikationslos überstehen und gesunde Jungtiere unter möglichst artgerechten Bedingungen zur Welt bringen, bzw. sich derer auch fürsorglich annehmen. Bibi hatte bereits ihr erstes Jungtier im Beisein der damaligen Herde im Berliner Zoo zur Welt gebracht, danach ihr zweites, jetzt im Zoo Halle lebendes Jungtier „Panja“, ebenfalls in Berlin jedoch unter ähnlichen Bedingungen wie bei der letzten Geburt in Halle. Beide Geburtsszenarien, in der Herde und allein, werden in Zoos weltweit praktiziert. Allerdings kann bisher keine wirklich zuverlässige Aussage darüber getroffen werden, welches davon das für Jungtier und Mutter bessere und sicherere Szenario ist. Dies hat auch mit den unterschiedlichen Haltungsmethoden bzw. der Herdenzusammensetzung zu tun. Im Zoo Halle wird mit der sogenannten „Protected Contact“ Methode eine geschützte und „freundschaftliche“ Umgangsform zwischen Pfleger und Tier angewendet. In einigen Tiergärten und auch den Ursprungsländern selbst, werden Elefanten jedoch auf einer autoritätsbasierenden sowie direkten und somit ungeschützten Kontaktbasis zwischen Pfleger und Tier gehalten. Im Bergzoo werden zudem ausschließlich afrikanische Elefanten gehalten, welche auch andere Haltungs- und Umgangsanforderungen haben.

Quelle: PM Zoo Halle