Zoo Hannover meldet: Nachwuchs bei den Antilopen

Elenantilope Amarula mit Mutter – Foto: Zoo Hannover

Es liegt einfach in ihrer Natur: Jedes Mal aufs Neue versuchen die Antilopen-Mütter ihre Jungtiere so gut es geht zu verstecken und jedes Mal werden die Kleinen doch von den Tierpflegern entdeckt. Am 18. Mai wurden gleich zwei kleine Antilopen-Geheimnisse gelüftet. Ein Blessbock (m) und eine Elenantilope (w) lagen gut versteckt im Stall bei ihren Müttern. Am 03. Juni folgte die nächste Doppelüberraschung: Bei den Impalas kam ein kleiner Bock zur Welt und die Thomsongazellen bekamen weiblichen Zuwachs. Auch hier konnten die beiden Mütter ihren Nachwuchs nicht lange geheim halten.

Die Heimlichtuerei der Antilopen-Mütter ist ganz normal. Antilopenjungtiere sind sogenannte Ablieger, die in freier Wildbahn von ihren Müttern versteckt werden. Die Kleinen können den ausgewachsenen Tieren noch nicht folgen und schon gar nicht vor Raubtieren flüchten. Daher achten Antilopenweibchen ganz genau darauf, den Aufenthaltsort ihrer Schützlinge nicht zu verraten und besuchen sie nur, um sie zu säugen. Im Erlebnis-Zoo Hannover bleiben die Mütter mit ihren Jungtieren daher zunächst einige Wochen im Stall. Doch jetzt sind die Kleinen groß und kräftig genug, um mit der Herde mithalten zu können und auf der Außenanlage herumzutoben.

Auf der Steppe zählt die Größe
Schon bei der Geburt (18. Mai) war Amarula eine Riesin: Das Elenantilopen-Jungtier wog stolze 30 kg. Ein guter Start, um zu einer der größten Antilopen der Welt heranzuwachsen. Ausgewachsen wird sie einmal etwa 600 kg wiegen und gut 1,60 m hoch sein! Auf der großen Steppe am Sambesi haben Amarula und ihre Familie somit einen wahrhaften Größenvorteil vor ihren Mitbewohnern, den Steppenzebras, den Thomsongazellen und den Impalas. Bei der Fütterung gilt hier: Der Größte mahlt zuerst und damit hat Amarula selbst gegenüber ausgewachsenen Impalas, die gerade einmal etwa 95 cm groß werden, und Thomsongazellen, mit sogar nur 65 cm Größe, die Nase vorn.

Doch die kleineren Antilopen wissen sich dennoch zu helfen. Sie sind zwar kleiner, dafür aber schneller und wendiger als ihre großen Mitbewohner und das zahlt sich beim Futterstibitzen aus. Die beiden noch namenlosen Jungtiere wagen sich allerdings noch nicht so richtig an die Futterstellen, was weniger an den großen Tieren liegt, sondern mehr an der Vorliebe für die mütterliche Milchbar.

Noblesse
Wenn es auf der Giraffenanlage auch um die Größe ginge, hätte Blessbock Nero (*18. Mai) stark zu kämpfen. Noch ist er der kleinste auf der Anlage, sogar die Springböcke sind mit ca. 90 cm Schulterhöhe größer als er (von den Bergzebras und den Giraffen ganz zu schweigen). Erst wenn Nero ausgewachsen ist, kann er eine Schulterhöhe von 100 cm erreichen. Was Blessböcke aber eigentlich auszeichnet – und daher stammt auch ihr Name – ist die Blesse, also die strahlend weiße Fellzeichnung, im Gesicht, am Bauch und teilweise an den Beinen. Im Kontrast zu dem dunklen Braunton des restlichen Fells, scheinen die weißen Zeichnungen umso stärker zu strahlen. Bei Nero wird es allerdings noch ein bisschen dauern, bis er die auffällige Blessbockzeichung vorweisen kann. Noch ist er am ganzen Körper hellbraun, nur im Gesicht ist sein Fell schon etwas heller geworden. Sein Jungtierfell dient zur Tarnung. Bis vor kurzem war er schließlich noch ein Ablieger und die müssen in ihrem Versteck unauffällig bleiben.

Quelle: PM Erlebnis-Zoo Hannover