Zoo Hannover: Nachwuchs bei den Nördlichen Seebären

Foto: Zoo Hannover

Es ist nie ganz still im Robbenbecken in Yukon Bay. Die Nördlichen Seebären und die Kalifornischen Seelöwen brüllen um die Wette und zwischendurch ertönt immer mal wieder ein lautes Schnauben der Kegelrobben. Doch seit einigen Tagen hallen seltsame, fast schon ein wenig unanständige Töne aus dem Robbenstall. Es klingt wie – man kann es einfach nicht anders beschreiben – ein herzhaftes Rülpsen. Die Verursacher sind weitaus niedlicher, als die Geräusche vermuten lassen: zwei kleine Seebären, ein Weibchen (*11.06.2013) und ein Männchen (*15.06.2013), keckern und brüllen hinter den Kulissen.

Beide sind ca. 5 kg leicht und von der Nasenspitze bis zur Schwanzflosse gerade einmal etwa 50 cm kurz. Ihr dichter Pelz wirft noch so manche Falten, als ob sie einen viel zu großen Taucheranzug anhätten. Die beiden Kleinen klingen ein bisschen, als hätten sie die ganze Nacht durchgesungen. Grund zum Feiern hätten sie allemal: Sie sind der einzige Nachwuchs Nördlicher Seebären in Europa. Diese Robbenart gibt es in Westeuropa nur im Erlebnis-Zoo Hannover. Weitere Zuchtgruppen gibt es in Weißrussland, in der Ukraine, in Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, in den USA und in Japan.

Bis die noch namenlosen Seebärenbabys von Smilla (6) und Diva (6) (Vater: Roger) die Robbenanlage erkunden können, wird es noch einige Wochen dauern. Vorerst bleiben die Kleinen hinter den Kulissen, was bedeutet, dass es weiterhin laut sein wird in Yukon Bay. Weil Seebärenbabys ihre Mutter an der Stimme erkennen, brüllen sich Mutter und Kind die ersten Tage beständig an. Ein Konzert der schiefen Töne!

Nach der Geburt kümmern sich Seebären-Mütter eine Woche lang aufopferungsvoll um ihren Nachwuchs, bevor sie zum Jagen wieder ins Meer gehen. Zwischendurch schauen sie immer wieder bei ihren Sprösslingen vorbei und säugen sie etwa einmal pro Woche. Die Kleinen bleiben an Land. Auch wenn sie eigentlich schon gleich nach der Geburt schwimmen können, gehen sie erst mit etwa vier Wochen ins Wasser.

Smilla und Diva müssen im Erlebnis-Zoo Hannover zwar nicht auf die Jagd gehen, aber dennoch haben sie einen guten Grund auf der Robbenanlage zu sein und ihren Nachwuchs öfter mal im Stall allein zu lassen. Der Grund wiegt fast 130 kg und heißt Roger. Seebären paaren sich kurz nach der Geburt erneut, um nach 51 Wochen Tragzeit wieder ein Jungtier zur Welt zu bringen. In freier Wildbahn kehren sie dafür jedes Jahr an den gleichen Küstenabschnitt zurück, an dem auch sie geboren wurden. Dort warten schon die mächtigen Seebärbullen und legen sich ins Zeug, um die eintreffenden Damen zu beeindrucken und auch Roger ist zurzeit sehr auf Flirtkurs.

Wie es den Kleinen hinter den Kulissen geht, welche Fortschritte sie machen und wie der erste Kontakt mit dem kühlen Nass aussieht, können Zoobesucher dennoch miterleben. Auf einem Bildschirm in der Unterwasserwelt und auf der Facebook-Seite vom Zoo werden regelmäßig Fotos und kurze Videos von den Seebärenbabys zu sehen sein.

Quelle: PM Zoo Hannover