Zoo Hannover: Nachwuchs bei den Waldbisons und Präriehunden

Foto: Simon Pannock

Foto: Simon Pannock

Sie wirbeln mächtig Staub auf. Der Nachwuchs der Waldbisons donnert (noch ein wenig unbeholfen) über den Prärieboden und die Jungtiere der Präriehunde wühlen sich (umso geschickter) durch den Sand ihrer Ausgrabungsstätte im Erlebnis-Zoo Hannover.

Während die kleinen Bisons mit ihrem kurzen goldbraunen Fell, der breiten schwarzen Nase und dem zierlichen Körperbau noch nicht wirklich an einen 800-kg-Waldbison mit Buckel auf dem Rücken erinnern, zeigen die Präriehund-Kinder bereits jetzt, dass sie auch mit kleinen Pfoten schon echte Grabungsspezialisten sind.

Die Bisonkälber Nscho-tschi und Winnetou wurden am 25. April und 5. Mai geboren und erobern nun im Schutz ihrer Mütter die große Anlage, rennen, toben und schubsen sich – um dann lange Trink- und Ruhepausen einzulegen. Quirliger geht es bei den 27 Präriehund-Kindern zu, die den ganzen Tag mit ihren Mini-Pfoten entweder übereifrig im Sand buddeln oder in jedes Loch und auf jeden Felsen klettern. Der Nachwuchs bei den Präriehunden ist eifrig am Werk, das Gehege in Yukon Bay auf den Kopf zu stellen und die Familie auf Trab zu halten.

Die ersten der 27 kleinen Nager wurden am 29. März entdeckt, der Rest folgte innerhalb weniger Tage. Präriehunde kommen gerade mal 15 Gramm schwer, nackt und blind tief unter der Erde im schützenden Bau zur Welt. Etwa sieben Wochen lang werden die Kleinen gesäugt, ab der 5.-6. Woche gehen sie auf Entdeckungstour. Inzwischen nagen sie an allem, was sie finden können, am liebsten an Grünzeug und Möhren.

Neben ihrem dicken, braunen Fell haben Waldbisons einen üppigen Bart, der bis zu 30 cm lang werden kann. Im Herbst wächst das noch dichtere Winterfell, mit dem sie auch extrem kalte Temperaturen von bis zu -30 Grad Celsius aushalten können. Im Frühjahr werfen die Waldbisons ihren dicken Wintermantel wieder ab.

Die mächtigen Nordamerikaner leben meist in Herden zusammen, die aus mehreren weiblichen Tieren bestehen. Waldbison-Bullen sind Einzelgänger und suchen nur zur Paarungszeit die Gesellschaft der Weibchen. In Waldgebieten fühlen sie sich besonders wohl und begeben sich dort gemächlichen Schrittes auf die Suche nach Gräsern, Kräutern, Trieben und Flechten. Im Gegensatz zu den Präriebisons sind Waldbisons eher sesshaft und legen nur kurze Strecken bis zu 5 km am Tag zurück. Bei drohender Gefahr kann ein Bison sogar bis zu 50 km/h schnell werden.

Der Name der flinken Präriebewohner ist verwirrend. Die putzigen Nager sehen eher aus wie kleine Murmeltiere und haben gar keine Ähnlichkeit mit Hunden. Wenn sie allerdings vor Feinden warnen, stoßen sie einen kurzen Ruf aus, der tatsächlich an das Bellen eines Hundes erinnert. Hören die Familienmitglieder diesen Warnlaut, verschwinden sie blitzschnell unter der Erde.

Präriehunde leben mit zahlreichen Familien in großen Kolonien, die auch Dörfer genannt werden. Ihre Wohnungen graben sie sich tief in die Erde. Den Haupteingang umgibt ein hoher Erdwall, der als Aussichtsturm genutzt wird. Von hier aus können die kleinen Hörnchen das umliegende Gebiet überblicken und herannahende Feinde früh erkennen. Bei starkem Regen schützt der Wall die Wohnung außerdem vor Wassereinbrüchen.

Quelle: PM Erlebniszoo Hannover