Zoo Heidelberg: Dreifacher Nachwuchs bei den geselligen Guirakuckucken

Guirakuckuck-Küken – Foto: Zoo Heidelberg

Auch im Herbst kann man sich im Zoo Heidelberg an fidelem Nachwuchs erfreuen. Die bei Zoobesuchern ob ihrer kecken Art sehr beliebten Guirakuckucke haben Nachwuchs – und dies bereits zum fünften Mal in diesem Jahr. In der frei begehbaren Südamerika-Voliere des Zoos leben sie mit Sonnenrallen, Rotschulterenten, argentinischen Ruderenten, den farbenprächtigen Grünwangen-Amazonen und den gemächlichen Faultieren in einer munteren Wohngemeinschaft.

Es überrascht nicht, dass diese fortpflanzungsfreudige Vogelart bei Besuchern im Zoo Heidelberg so beliebt ist. Die aus Südamerika stammenden Guirakuckucke sind außerordentlich gesellig und sie fliegen und hüpfen gerne um die Besucher herum. In den Morgenstunden findet sich der auf inzwischen 16 Mitglieder umfassende Trupp dicht aneinandergedrängt zum gemeinsamen Kuscheln im Baumgeäst ein. Da die Tierpfleger die Altvögel mehrmals am Tag mit Insekten füttern, kann man sehr schön beobachten, wie sie ihre kleinen Mahlzeiten rasch und gierig einsammeln und kurzerhand zu ihren Jungen bringen. Beim Aufsammeln und Suchen der Nahrung kommunizieren die Guirakuckucke lautstark, ihre langen und schrillen Pfiffe machen sie unverkennbar. „Die Kleinen sind rundum gut versorgt und inzwischen kugelrund“, freut sich Simon Bruslund, Leiter des Vogelreviers im Zoo. Besonders interessant ist nämlich die gemeinschaftliche Nist- und Brutweise in vereinigten Nestern, in denen die Vögel sogar die Jungen gemeinsam mit Nahrung versorgen. „So wissen die drei Küken gar nicht, wer eigentlich ihre Eltern sind, da sie ja von allen gefüttert werden“, schmunzelt Bruslund. „Guirakuckucke leben in komplexen Familienverbänden, über die man nach wie vor nur wenig weiß“, erklärt Bruslund. „Bei uns leben zurzeit mehr Männchen, aber auch sie beteiligen sich an der Aufzucht der Jungtiere und scheinen trotz ihrer Überzahl keinen Stress miteinander zu haben“.
Die glänzenden Eier dieser Vögel sind übrigens außergewöhnlich schön: Ein weißer Kalküberzug zieht sich wie ein großmaschiges Netz über den türkisfarbenen Grund.
In wenigen Tagen werden die Küken flügge sein. Dann kommt auf die Tierpfleger noch eine kleine Herausforderung zu. Bevor die Jungvögel so richtig flugfähig werden, müssen die Pfleger ihnen noch eine Federprobe entnehmen. Denn nur so können sie herausfinden, welches Geschlecht die Guirakuckucke haben. An den Federkielen befinden sich Zellen, aus denen im Labor die DNA isoliert und zur Geschlechtsbestimmung analysiert wird. So können die Tiere an andere Zoos vermittelt und entsprechende Paare zusammengestellt werden.

Infokasten Guirakuckuck:
Die Guirakuckucke gehören zu den Kuckucksvögeln und sind im östlichen Südamerika (Bolivien, Paraguay, Brasilien und Argentinien) beheimatet. Dort bewohnen sie Grassteppen mit weit verstreuten Bäumen. Sie erreichen eine Körperlänge bis zu 40 Zentimeter. Ihre Federn am Hinterkopf sind zu einer rötlichen Haube verlängert, ihr Gefieder ist gelblich-weiß und die Flügel dunkelbraun.

Quelle: PM Zoo Heidelberg