Zoo Heidelberg: Elefanten-Außenanlage wurde erweitert

Der jüngste Elefantenbulle Gandhi erkletterte die Böschung als erster. – Foto: Zoo Heidelberg

Zoobesucher konnten in den letzten Wochen beobachten, dass auf der Außenanlage der Elefanten im Zoo Heidelberg ordentlich gegraben und gebaut wurde. Der weitere Ausbau der Elefantenaußenanlage war schon lange geplant und macht die ohnehin großzügig gestaltete Anlage für Tier und Mensch nun noch attraktiver: Zum einen haben die vier jungen Elefantenbullen mit einer zusätzlichen Fläche von 600 Quadratmeter noch mehr Platz zur Verfügung; zum anderen vergrößert sich auch die Fläche, von der aus die Zoobesucher in das Gehege der beliebten Elefanten einblicken können.
Für die Erweiterung des ersten Bauabschnitts bewegten die Bagger über tausend Tonnen Erde und schufen so eine Böschung, von der die Elefanten in akrobatischer Manier nach unten in einen neu angelegten Trockengraben gelangen können. Drei Meter hohe Mauerscheiben, die mit Elektrozaun gesichert sind, trennen die Elefanten von den Besuchern. Die tatkräftigen Zoohandwerker hatten sprichwörtlich alle Hände voll zu tun. Wolfgang Müller, gärtnerischer Leiter im Zoo, betont, „dass die vorhandene Bepflanzung erhalten blieb und die alten Bäume geschützt wurden“. Der schöne Baumbestand – dazu zählen vor allem zwei alte Linden – bietet den Dickhäutern nun gerade an heißen Tagen den begehrten Schatten.
Pünktlich zu Ostern und im Zeitplan konnten die vier Dickhäuter zum ersten Mal ihr neues Terrain erkunden. Ihrem Erkundungstrieb dabei zuzuschauen ist die helle Freude. Gandhi, mit sieben Jahren der jüngste der vier Elefantenbullen, erwies sich bei der Ersterkundung des neuen Terrains als der mutigste. Mit gestreckten Beinen, zurückgelehntem Oberkörper und wild rüsselnd spähte er zunächst vorsichtig die künstlich geschaffene Böschung hinunter und entschloss sich nach der Begutachtung voller Elan, den steilen Hang hinunter zu robben. Danach hievte er seine zwei Tonnen Gewicht wieder nach oben, um dem abwartenden Trio „Voi Nam“, „Tarak“ und „Thai“ von seinen Erfahrungen zu „berichten“. Es ist immer wieder faszinierend, die stille Kommunikation der Tiere zu beobachten. Zur Verständigung mit Artgenossen nutzen Elefanten zu zwei Dritteln Infraschall-Laute. Diese für Menschen unhörbaren Schwingungen werden sowohl durch die Luft als auch durch das Erdreich übertragen.
Nach erfolgreicher Verständigung machten sich dann alle Viere zum Ab- und Aufstieg bereit. „Das ist das Besondere an der Vergrößerung der Außenanlage“, freut sich Revierleiter Stefan Geretschläger, „ab sofort können wir und die Besucher bei den Elefanten noch weitere motorische Fähigkeiten beobachten als das bislang der Fall war. Denn nicht nur für die jungen Elefantenbullen bietet das erweiterte Terrain mit der Böschung und einer neu geschaffenen Schlammsuhle Abwechslung. Die Besucher können die Elefanten nun aus einer zusätzlichen Perspektive beobachten, da sie sich auf dem gleichen Niveau wie die Tiere befinden“.
In einem zweiten Bauabschnitt soll dann das alte Elefantenhaus abgerissen und an der Stelle eine Trainingswand für die klugen Tiere errichtet werden. Für Besucher wird die Anlage dann noch interessanter, wenn sie aus nächster Nähe das medizinische Training der Elefanten beobachten können.

Info: Das Haus und die Außenanlage der Elefanten-WG

Das neue Elefantenhaus (500 qm, eröffnet im Juni 2010) trägt den vielfältigen Bedürfnissen der Tiere Rechnung. In diesem finden die Tiere unter anderem
• einen großen Innenpool (das Badebecken umfasst 50.000 Liter)
• eine beheizte „Sporthalle“ mit Sandboden und vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten
• Boxen: eine Box mit 60 qm, 2 Boxen à 40 qm, 1 Box mit 30 qm, Zugang zur
• 2000 qm großen Außenanlage mit Badebecken und zahlreichen Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten, zusätzlich nun die Erweiterung um weitere 600 qm mit Böschung, Graben und Schlammsuhle

Quelle: PM Zoo Heidelberg