Zoo Heidelberg: Erfolgreiche Nachzucht bei den Blessböcken

Gerade einmal 20 Minuten alt - Foto: Zoo Heidelberg

Gerade einmal 20 Minuten alt – Foto: Zoo Heidelberg

Manche Besucher haben den neuesten Zuwachs im Zoo Heidelberg vielleicht schon entdeckt: Ein Blessbock-Männchen kam am Montag, dem 08. Januar 2016, direkt auf der Afrikaanlage zur Welt. Als typisches Fluchttier unternahm es gleich danach die ersten Steh- und Gehversuche und stand nur 20 Minuten später mehr oder weniger sicher auf den Beinen.

Der junge Blessbock kann nun bei seinen ersten Ausflügen im Außengehege beobachtet werden. Das erst wenige Tage alte Kalb bleibt bei aller Neugier immer wieder nah bei seiner Mutter. Die beiden dürfen zeitweise alleine auf der weitläufigen Afrikaanlage umherstreifen, sodass der kleine Blessbock in Ruhe seine Umgebung erkunden kann. Anfangs – seinen ersten Ausflug durfte er mit zwei Tagen unternehmen – stakste er hier noch vorsichtig umher. Inzwischen tollt der kleine Blessbock schon ganz mutig über die Außenanlage und folgt seiner Mutter überallhin.

Blessböcke verdanken ihren Namen der auffälligen Blesse, die sich über den gesamten Nasenrücken zieht. Bei dem Jungtier ist diese jedoch noch nicht ausgebildet: Noch trägt der Nachwuchs ein hellbraunes Jugendkleid, mit dem er in den Landschaften seiner Heimat gut getarnt ist.

Diese Unterart des Buntbocks gehört zu den Antilopen und ist nur im südlichen Südafrika heimisch. Die geselligen Paarhufer ernähren sich ausschließlich von Gräsern und Kräutern, die wegen ihrer schwer verdaulichen Zusammensetzung wiedergekäut werden müssen.

In Südafrika gab es vom Blessbock Ende des 19. Jahrhunderts nur noch etwa 2.000 Tiere, er war von der Ausrottung gefährdet. Nur durch ein besonderes Auswilderungsprogramm von Tieren aus den ansässigen Tierparks und Zoos konnte der Bestand wieder stabilisiert werden, sodass inzwischen wieder über 200.000 Blessböcke im südlichen Afrika leben.

In einigen Tagen wird das Jungtier im Außengehege mit den anderen Bewohnern der Afrikaanlage schrittweise zusammengeführt. Es wird dann interessant zu beobachten sein, wie es sich mit seinen Mitbewohnern verstehen wird: In Heidelberg leben die Blessböcke gemeinsam mit Großen Kudus, Zebras, Straußen und Bronzeputen auf einem Terrain, das hinüber bis zu dem Teich der Pelikane reicht. Solche Vergesellschaftungen sind in modernen Zoos inzwischen üblich, aber es ist für Besucher und Zoomitarbeiter immer wieder aufs Neue ein spannendes Bild, die vergesellschafteten Tiere in Interaktion zu erleben.

Quelle: PM Zoo Heidelberg