Zoo Heidelberg: Nachwuchs b​ei den Kurzkrallenot​tern​

Foto: Peter Bastian / Zoo Heidelberg

Seit kurzem können die Zoobesucher zwei junge Kurzkrallenotter, die im Oktober 2012 im Zoo Heidelberg zur Welt kamen, bestaunen. Dieser unerwartete Zuwachs lies die quirlige Otterbande auf insgesamt sieben Mitglieder anwachsen. Anfangs hatten die beiden äußerst empfindlichen Neugeborenen noch mit den Temperaturen zu kämpfen und waren kurzzeitig etwas unterkühlt. Mittlerweile sind sie aber wieder vollkommen fit und erkunden in tapsigen Schritten ihr Gehege. Dennoch sind die Zoomitarbeiter natürlich noch immer wachsam, damit die beiden kleinen Otter sich auch weiterhin bester Gesundheit erfreuen.
Die lebhaften Kurzkrallenotter sind bei Zoobesuchern jeden Alters sehr beliebt. Mit ihrer aufgeweckten Art und den kleinen braunen Knopfaugen schaffen sie es, einfach alle in ihren Bann zu ziehen. Wenn die Otter verspielt durch ihr Gehege springen, geschickt durchs Wasser gleiten oder alle zusammen kuschelnd auf einem Felsen liegen, könnte man fast vergessen, dass sie keine süßen Kuscheltiere sind, sondern kleine Raubtiere mit messerscharfen Zähnen und Krallen.
Aufgrund der niedrigen Temperaturen tollt die Otterfamilie derzeit nicht immer in ihrer gewohnten Außenanlage, sondern ist manchmal auch gleich nebenan in einem kältegeschützten Innengehege wunderbar zu beobachten. Die Jungtiere sind bei der Geburt gerade einmal 50 Gramm schwer, nackt und blind. Erst nach fünf bis sechs Wochen öffnen junge Kurzkrallenotter ihre Augen und ab der siebten Lebenswoche beginnen sie langsam, ihre Umgebung zu erkunden. Verständlich, dass die beiden Kleinen also derzeit noch oft die wohlige Wärme ihrer Schlafbox genießen, mit ein wenig Glück können Zoobesucher sie aber immer öfter beobachten. Bei ihren regelmäßigen Ausflügen und spielerischen Schwimmübungen unter der liebevollen Aufsicht ihrer beiden Elternteile sind die Otter mit ihren kindlichen Gesichtern einfach ein herzerwärmender Anblick.
Kurzkrallenotter sind auch als Zwergotter bekannt und in Südostasien heimisch. Mit einem Gewicht von maximal fünf Kilogramm, einer Kopfrumpflänge von 45 bis 61 Zentimetern und einer Schwanzlänge von 25 bis 35 Zentimetern machen die Tiere ihrem Namen alle Ehre: Kleiner ist keine andere Otter-Art. Weitere Unterschiede zu anderen Otter-Arten, etwa dem Europäischen Fischotter, sind die nicht über die Fingerkuppen hinausragenden, sehr kurzen Krallen und die fehlenden Schwimmhäute. Beides braucht der Kurzkrallenotter nicht, da seine Beute aus Schnecken, Krebsen und anderen Wirbellosen besteht, nach denen er tastend am und im Gewässerboden sucht. Bei den Reisbauern in ihrer Heimat sind die Tiere genau deshalb gern gesehene Gäste, denn sie halten die Felder frei von Ernteschädlingen wie zum Beispiel Krebsen. Zwergotter zählen zu den gefährdeten Arten, was vor allem an der zunehmenden Zerstörung ihres Lebensraumes liegt.

Quelle: PM Zoo Heidelberg