Zoo Heidelberg: Partnervermittlung beim Falkland-Karakara

Zoonews NewsUnter Vogelkundlern bzw. Ornithologen nehmen die Falklandinseln einen hohen Stellenwert ein. Die aus 200 Inseln und Inselchen bestehende, insgesamt gut 12.000 Quadratkilometer große Inselgruppe ist Heimat von über 120 Vogelarten. Sechs darunter zählen zu den Greifvögeln, unter denen der Falkland-Karakara wohl der prominenteste ist. Mit einer Körpergröße von 58 bis 63 Zentimetern bei einer Flügelspannweite von 116 bis 125 Zentimetern sind die Vögel etwa so groß wie ein großer Mäusebussard.

Seit 2014 lebt bereits ein Falkland-Karakara-Weibchen im Zoo Heidelberg. Vor 10 Monaten kam nun ein Männchen als potentieller Partner in den Zoo. Mit großer Aufmerksamkeit beobachteten die Tierpfleger zunächst hinter den Kulissen das Verhalten der beiden Tiere miteinander.

Inzwischen zeigt sich, dass die beiden sich gut verstehen und deutlich Interesse aneinander haben, sodass sie nun gemeinsam in die Voliere ziehen konnten. „Wir hoffen sehr, dass dieses Interesse anhält und dass wir bald mit Nachwuchs rechnen können,“ erklärt Simon Borchardt, Leiter des Vogelreviers im Zoo Heidelberg „erst Anfang der 1980er Jahre gelang die Welterstzucht im Tierpark Berlin. Wir sind sehr gespannt, ob wir mit den beiden bei uns auch dieses Glück haben.“ Die weitestgehend dunkelbraun bis schwarzen Vögel mit der typischen gelblichweißen Streifung und einer rötlichbraunen Bauchfärbung, die sich bis zur Schwanzunterseite und auch auf das Gefieder der Beine (Hosen) erstreckt, zählen zu den seltensten Greifvögeln. Ihre Verbreitung beschränkt sich ausschließlich auf die Küsten der Falklandinseln sowie die vorgelagerten Inseln Feuerlands, der Kap-Horn-Spitze, der Magellan-Wasserstraße und dem Beagle-Kanal. Ihr Schnabel ist kräftig ausgebildet und weist eine bläuliche Färbung auf, die zur Spitze hin gelb bis beigefarben wird. Die Beine sind leuchtend gelborange und mit kräftigen Fängen ausgestattet.

Im Deutschen werden die Vögel auch als Geierfalken bezeichnet, da sie sich vorwiegend von toten und sterbenden Tieren ernähren. So sind sie auch die meiste Zeit zu Fuss unterwegs und bauen im Gegensatz zu anderen Mitgliedern der Falkenfamilie beachtliche Nester aus Ästen und Zweigen am Boden. Hierfür wählen sie meist eine geschützte Stelle zwischen überhängenden Büscheln. Interessant wird es besonders ab September, wenn die Tiere mit der Balz beginnen könnten. Dazu stehen Männchen und Weibchen entweder Seite an Seite oder einander gegenüber, legen ihren Kopf gleichzeitig nach hinten auf den Rücken und äußern mehrfach einen hohen, rauen Zweitonruf. Das wäre im Zoo Heidelberg dann der deutliche Beweis, dass es mit der Partnervermittlung gut geklappt hat.

Quelle: PM Zoo Heidelberg