Zoo Heidelberg: Speckgesunder Nachwuchs bei den Mähnenrobben

Foto: Petra Medan / Zoo Heidelberg

Bei den Mähnenrobben im Zoo Heidelberg gibt es Nachwuchs: Bereits am 21. Juli brachte Robbenweibchen Holly nach einer Tragzeit von knapp einem Jahr ihr erstes Jungtier zur Welt. Der Nachwuchs ist ein Bulle und hat von den Pflegern den Namen „Pedro“ bekommen. Sobald das Robbenbaby an Land und im Wasser geschickt genug ist, kommt es gemeinsam mit seiner Mutter zur Gruppe. Bis dahin können Zoobesucher den knuffigen Wonneproppen im „Mutter-Kind-Becken“ bei seinen Tauch- und Schwimmübungen beobachten.
Die Fütterung der mächtigen Mähnenrobben gehört zu den Highlights bei einem Besuch im Zoo Heidelberg. Seit Kurzem aber stiehlt ein kleiner, schwarzer Wonneproppen den „Großen“ die Schau. Es handelt sich um das gerade mal acht Wochen alte Mähnenrobbenbaby „Pedro“. Der kleine Bulle ist quicklebendig und übt mit seiner Mutter Holly im Mutter-Kind-Becken schwimmen und tauchen, denn das will gelernt sein. Entgegen der allgemeinen Annahme können junge Seelöwen nicht von Anfang an gut schwimmen. So wird eine junge Robbe in den ersten drei Wochen fast komplett an Land versorgt. Erst nach dem ersten Haarwechsel fängt es an, der Mutter ins Wasser zu folgen. Auch der Speiseplan sieht für einige Zeit keinen Fisch vor. Mähnenrobbenjunge werden von ihren Müttern fast ein ganzes Jahr lang gesäugt, bevor die Kleinen lernen, selbst Fisch zu fressen. Die Milch von Mähnenrobben enthält 35 Prozent Fett. So nimmt es kein Wunder, dass Pedro sein Geburtsgewicht von acht Kilo schon mehr als verdoppelt hat und die Speckröllchen an seinem kleinen Leib zunehmen. Pedro ist das erste Kind der vierjährigen Holly und das zweite Kind von Papa Atos, dem mächtigen Mähnenrobbenbullen und Chef der Gruppe.
Generell werden nach der Geburt Mutter und Kind zunächst für einige Wochen im Robbenhaus und auf der separaten Außenanlage von der übrigen Gruppe getrennt gehalten, um den beiden eine ungestörte Aufzucht zu gönnen und das Risiko eines Unfalls zu vermeiden. Erst dann dürfen Mutter und Kind zurück in die Mähnenrobbengruppe. „Diese Integration ist jedes Mal mit einigem Risiko verbunden“, sagt Jörg Kubacki, Leiter des Robben- und Raubtierreviers. „Im allgemeinen Tumult einer großen Mähnenrobbengruppe kann es passieren, dass das kleinste Jungtier sich verletzt oder beim Spielen mit den anderen im Wasser ertrinkt. Daher ist es wichtig, dass die junge Robbe sowohl an Land wie auch im Wasser schon möglichst sicher und geschickt ist, bevor es zu den Artgenossen in die Gruppe kommt“.

Quelle: PM Zoo Heidelberg