Zoo Heidelberg: Zweifacher Nachwuchs bei den Kugelgürteltieren

Foto: Zoo Heidelberg

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Gleich bei beiden Gürteltierpaaren entdeckten die Pfleger im Zoo Heidelberg vor ein paar Wochen neue kleine Kügelchen. Die Jungtiere kommen nach einer Tragzeit von rund 120 Tagen, die aber auch bis zu einem Jahr dauern kann, zunächst blind zur Welt. Nicht viel größer als ein Golfball liegen die Jungen gut versteckt im Gehege, wenn die Tierpfleger sie zum ersten Mal entdecken. Bereits nach zwei bis drei Monaten sind die Kleinen von der Mutter entwöhnt. Sie sind dann etwa so groß wie ein Tennisball. Inzwischen wachsen die Jungtiere gut heran und werden bald mit den Eltern durch die Gehege streifen.

Ausgewachsen messen die Kugelgürteltiere, die auch Dreibindengürteltiere genannt werden, ca. 25 cm vom Kopf bis zum Körperende und wiegen rund 1,5 Kilogramm. Sie besitzen einen schmalen Kopf mit spitzer Schnauze, einen sechs bis acht Zentimeter langen Schwanz und sind recht hochbeinig. Die Vorderfüße haben vier Zehen mit ziemlich scharfen Krallen. Ihren Namen haben die außergewöhnlichen Tiere aufgrund ihrer speziellen Verteidigungsstellung. Sie haben die Fähigkeit, sich bei Gefahr vollständig in ihren Panzer einzukugeln. Zu diesem Zweck verbergen sie die Beine im Inneren. Der Köper wird dabei von dem starken lederähnlichen Gürtelpanzer geschützt und die harte Oberseite des Kopfes und des Schwanzes bilden den Verschluss – fertig ist die Kugel. So sind sie nahezu vor allen Fressfeinden geschützt. Einzig ein kräftiger Jaguar kann diese Festung aufbrechen. Sofern Sie sich jedoch sicher fühlen und herumlaufen, kann man die in Reihen angeordneten, lederartigen Panzerplatten gut erkennen, die im Aussehen an drei Gürtel erinnern.

Sie leben in Brasilien, Bolivien, Paraguay und dem nördlichen Argentinien und bewohnen dort vorwiegend offenes Grasland, Savannen und trockene Waldgebiete. Sie graben keine eigenen Baue, sondern verwenden verlassene Baue anderer Tiere oder ziehen sich zum Schlafen in dichte Vegetation zurück. Die Nahrung der Kugelgürteltiere besteht hauptsächlich aus Insekten und deren Larven, vorrangig Ameisen und Termiten. Mit ihren kräftigen Krallen brechen sie deren Bauten auf oder reißen die Rinde von morschen Bäumen, um an ihre Nahrung zu gelangen. Auch Früchte gehören zu ihrem Speiseplan.

Der Zoo Heidelberg züchtet Kugelgürteltiere bereits seit 2004 und hat seitdem über 15 Jungtiere erfolgreich aufgezogen, von denen viele in zahlreichen anderen europäischen Zoos leben. In Heidelberg können die Zoobesucher den munteren Gürteltiermann „Arnold“ bei der beliebten Präsentation „Klein, aber oho!“ hautnah erleben. Im Wechsel mit anderen Tieren lässt er sich gerne von den interessierten Besuchern beobachten und auch mal anfassen. Die Präsentation findet täglich um 12:00 Uhr statt.

Quelle: PM Zoo Heidelberg