Zoo Landau: Nachwuchs bei den bedrohten Weißscheitelmangaben

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr darf sich das Team des Zoo Landau über Nachwuchs bei den Weißscheitelmangaben freuen. Das Zuchtweibchen PIRIñA brachte das Jungtier in den Morgenstunden des 15. Oktober problemlos zur Welt. Es ist bereits ihr viertes Kind, und die erfahrene Mutter ist gelassen und entspannt und lässt sowohl ihre älteren Kinder als auch den Rest der Gruppe an der Aufzucht teilhaben. Für die zwischen 2013 und 2016 und das im Mai diesen Jahres geborene Geschwistertier ist es besonders wertvoll, die Aufzucht eines weiteren Jungtieres mitzuerleben. Bei genauem Hinschauen entpuppte sich das Jungtier als Männchen.

Zuchtmann CHARLES hat im Zoo Landau ab seinem ersten Sohn die Tradition begründet, Jungtiere nach dem englischen Königshaus zu benennen. Sein jüngster Sohn wurde auf den Namen HENRY getauft. Im Mai 2017 wurde bereits ein ebenfalls im Jahr 2013 geborenes Weibchen abgegeben. „Ivy“ wurde im Rahmen des Europäischen Ex-situ-Programms (EEP), das für diese Tierart vom Zoo Barcelona koordiniert wird an den Zoo im ghanaischen Accra weitergegeben. In der dortigen von der Artenschutzorganisation WAPCA (West African Primate Conservation Action) betriebenen Station wurde sie erfolgreich mit einem Männchen vergesellschaftet und hat bereits ihr erstes Jungtier zur Welt gebracht. Ihre Nachkommen könnten auch für zukünftige Wiederansiedlungsprojekte zur Verfügung stehen.

Dem Erhalt der Weißscheitelmangaben in Zoos kommt ganz besondere Bedeutung zu, da sie zu den bedrohtesten Affenarten der Welt zählen. Der Lebensraum ist stark begrenzt und zerstückelt, Wilderei und illegaler Holzeinschlag stellen die Hauptbedrohungsursachen für Weißscheitelmangaben und die ebenfalls höchst seltenen Roloway-Meerkatzen im gleichen Lebensraum dar. WAPCA, initiiert und geführt vom Zoo Heidelberg und seit der Gründung im Jahr 2001 unterstützt vom Zoo Landau, ist vor Ort in Ghana und der Elfenbeinküste aktiv, um durch Umweltbildung und die Schaffung alternativer Einnahmequellen sowie aktive Überwachung und Schutz der verbliebenen Wälder, die nahende Ausrottung dieser beiden Flagschiffarten zu verhindern und damit natürlich unzählige andere Arten in den gleichen Wäldern zu schützen.

Die Weißscheitelmangaben sind eine von insgesamt 26 Arten, mit denen der Zoo Landau an koordinierten Zuchtprogrammen beteiligt ist. Neben WAPCA unterstützt der Zoo Landau weitere Schutzprojekte vor Ort, wie in Chile und Peru (Humboldt-Pinguin), auf den Philippinen (Prinz-Alfred-Hirsch und Rotsteißkakadu) in Ruanda (Grauer Kronenkranich) und auch vor der eigenen Haustüre Schutzmaßnahmen für Luchs, Wildkatze, Weißstorch und Westliches Haselhuhn.

Quelle: PM Zoo Landau

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