Zoo Landau wil Inklusion-Zoo werden

Foto: Zoo Landau

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Im Zuge des Nachwuchskräfteentwicklungsprogramms „ProFiL“ der Stadtverwaltung Landau in der Pfalz widmete sich eine vierköpfige Projektgruppe der Erarbeitung eines Konzepts zum Ausbau des Landauer Zoos zu einem inklusiveren Zoo. Landaus Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel war von der Idee zu diesem Vorhaben sofort begeistert und erteilte Elena Schwahn, Julia Westermann, Gustav Kießling und Maik Hauptmann als Teilnehmer des Programms für Führungskräfteentwicklung in Landau gerne einen entsprechenden Arbeitsauftrag.

Im Rahmen des Projektabschlusses wurden die für den Zoo wertvollen Ergebnisse den Akteuren, Kooperationseinrichtungen und Unterstützern vergangene Woche präsentiert. Die Zielsetzung des Inklusionsgedankens war und ist es, möglichst allen gesellschaftlichen Gruppen den Zugang zum Zoo Landau zu ermöglichen, unabhängig von Alter, körperlichem Zustand, sprachlichem oder kulturellem Hintergrund. So erstreckt sich die Zielgruppe nicht nur auf Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen verschiedener Arten, sondern auch auf Personen mit sonstiger eingeschränkter Sprach- und Lesekompetenz, wie Besucher mit Migrationshintergrund, fremdsprachige Besucher oder auch kleinere Kinder.

Vor dem Hintergrund dieser anspruchsvollen Herausforderungen ist über einen Projektzeitraum von 1,5 Jahren ein umfangreiches Konzept zu den Handlungsfeldern „Information und Bildung“ sowie „Zugänglichkeit“ entstanden. Wichtige Partner und Berater waren hier unter anderem Mitglieder des Clubs Behinderter und ihrer Freunde Südpfalz e.V. (cbf), die Zooschule Landau, das Landauer Universitätsinstitut für Sonderpädagogik, Pädagogik bei geistigen und körperlichen Behinderungen oder der Behindertenbeauftragte der Stadt Landau.

Einige Anregungen aus dem Konzept konnten bereits in die Tat umgesetzt werden: z.B. über QR-Codes abrufbare mehrsprachige Gehegebeschilderungen in Französisch und Englisch, Tastobjekte von Tierspuren, Ergänzung des bestehenden Zooplans um Steigungen und Treppen als Hindernisse z.B. für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Kinderwagen vorausschauend besser erkennbar zu machen, Orientierungshilfen durch Piktogramme oder farbliche Kennzeichnungen, Führungen für Gehörlose oder besondere Maßnahmen zur Sprachförderung für Kinder in Kooperation mit der Zooschule und den Kindertagesstätten etc.. Ein Projekt welches z.B. vom Rotary-Club Landau finanziert wird. Zudem wurde, wo möglich, die Verbesserung der Zugänglichkeit zu Gehegen sowie der Ausbau des Wegenetzes z.B. mit der Beseitigung von Stolperfallen thematisiert und zur konkreten Umsetzung geplant.

„Ganz bewusst wollte sich die Projektgruppe einer Aufgabenstellung widmen, deren Ergebnisse für eine städtische Einrichtung, in diesem Fall den Zoo, einen langfristigen Mehrwert bringt und ihn so als Erholungs- und Begegnungsstätte zwischen Mensch und Tier noch erlebbarer macht,“ sagt Julia Westermann, die z.B. derzeit als Nachwuchskraft in der Personalabteilung der Stadtverwaltung Landau tätig ist. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung dieses zeitlich befristeten Projekts richtete Zoodirektor Heckel seinen Dank an die Mitglieder der Projektgruppe. „Was in Kürze der Zeit, wohl bemerkt außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit, erarbeitet wurde, findet meinen Respekt und meine Anerkennung,“ sagte Heckel und ergänzte: „Durch die geplante Umsetzung weiterer Maßnahmen wird eine Vielzahl hoffentlich auch an neuen Zoobesucherinnen und -besuchern des Zoo Landau schon kurzfristig profitieren. Die Stadtverwaltung Landau kann stolz auf solche nachwachsenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein“.

Quelle: PM Zoo Landau