Zoo Osnabrück: Alpakas als Co-Therapeuten im Einsatz

Foto: Zoo Osnabrück / Lisa Josef

Eine neue Herausforderung wartet auf zwei Alpakas aus dem Zoo Osnabrück: Als Co-Therapeuten sollen sie auf einem Alpakahof in Österreich Menschen helfen. Am heutigen Dienstag traten sie ihre Reise an.

Aufmerksamer Blick, neugierig gespitzte Ohren und mit den vier Hufen fest im Leben – so sehen die zwei neuen Co-Therapeuten aus dem Osnabrücker Zoo aus.
Der schwarz-weiße Domino und der hellbraune Gizmo, zwei Alpakawallache, werden demnächst auf einem neuen Alpakahof in Österreich im Einsatz sein, um mit kranken oder traumatisierten Menschen zu arbeiten. „Durch den persönlichen Kontakt mit den Alpakas und die Verantwortung, die unsere Patienten für die Tiere übernehmen, können sie wieder Vertrauen aufbauen und sich entspannen“, berichtet Gabriele Seeling, Heilpädagogin und Leiterin des Alpakahofes. „Die Patienten lernen die Tiere zunächst ganz in Ruhe kennen.
Dabei kontaktieren die Tiere den Menschen, nicht umgekehrt, denn das Tier fungiert als Spiegelbild des Menschen – erst wenn der Patient ruhig und entspannt ist, kommt das Tier zu ihm. Sind Mensch und Tier aneinander gewöhnt, gehen wir gemeinsam in die Natur und unternehmen zum Beispiel Wanderungen.“ Alpakas seien dabei besonders gut als Therapietiere geeignet:
„Mit ihrem freundlichen und sanftmütigen Wesen wirken sie beruhigend und können neues Selbstvertrauen geben“, so Seeling weiter. „Dass der Zoo Osnabrück uns zwei Alpakas kostenlos überlässt, hilft uns bei der Umsetzung unseres Projektes enorm weiter.“

Stärken von Mensch und Tier zusammenbringen
Tobias Klumpe hat als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zoo Osnabrück die außergewöhnliche Kooperation begleitet: „Wir freuen uns, mit unseren beiden Alpakas ein so tolles Projekt unterstützen zu können. Dass der Osnabrücker
Nachwuchs in Zukunft Menschen in irgendeiner Form helfen kann, macht uns sehr stolz.“ Die einjährigen Wallache sind in einer Gruppe mit neun Artgenossen, Erwachsene und Jungtiere, aufgewachsenen. „Sie haben in einer intakten Herde gelebt und zeigen sehr gute soziale Anlagen. Die beiden eignen sich somit hervorragend für ihre neue Aufgabe“, freut sich die erfahrene Leiterin Seeling. „Auf dem Alpakahof geht es nicht darum, die Tiere in bestimmte Verhaltenszwänge zu drängen, sondern die Stärken von Mensch und Tier zusammenzubringen“, betont Seeling. „Domino und Gizmo werden zunächst drei bis vier Wochen auf dem bereits bestehenden Hof im hessischen Philippsthal bleiben, um von den dort lebenden Tieren den Kontakt zu Menschen zu erlernen. Dann werden sie mit uns und einigen anderen Tieren aus
der Herde den neuen Alpakahof in Österreich beziehen.“ Eine große Almwiese wird dann ihr neues Zuhause sein.

Auch wenn der Abschied von Tieren immer schwer fällt, freuen sich die Zoomitarbeiter auch für die beiden Alpakas: „Domino und Gizmo befinden sich in sehr guten Händen und können mit ihrer neuen Aufgabe als Therapietiere
Menschen helfen“, ist Klumpe sicher.

Das Projekt Alpakahof
Gabriele Seeling und Helmut Sgarz gehörten bereits zum Leitungsteam des Alpakahofs in Philippsthal (Hessen) und betreuten dort Kinder mit Lernstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten sowie Familien mit schweren traumatischen Erlebnissen. Anfang September 2013 eröffnen sie einen Alpakahof in der Steiermark (Österreich). Im Gegensatz zu Philippsthal, wo nur eine ambulante Therapie möglich ist, wird der Alpakahof in Österreich auch mit Wohneinheiten ausgestattet sein. So können sich Patienten auch eine längere Auszeit aus dem Alltag nehmen und erholen.

Quelle: PM Zoo Osnabrück