Zoo Osnabrück: Doppelter Nachwuchs bei den Guanakos

Guanakonachwuchs – Foto: Zoo Osnabrück

Winterquartier für die Zwergotter
Doppelter Nachwuchs bei den Guanakos

Auch 2014 gibt es im Zoo Osnabrück viel zu sehen: Während im Tetra-Aquarium ein neuer, für die Besucher einsehbarer Innenbereich für die asiatischen Zwergotter entstanden ist, toben im Südamerika-Areal die Guanakofohlen Miguel und Fernando über die Anlage.

„Bislang konnten die Besucher die Zwergotter nur auf ihrer 300 Quadratmeter großen Außenanlage beobachten. Wurde es den Tieren zu kalt, zogen sie sich in ihren nicht einsehbaren Innenbereich zurück“, berichtete Stefan Bramkamp, Tierpfleger und Leiter des Tetra-Aquariums, bei der Vorstellung des neuen Winterquartiers. Ihr neues Reich, insgesamt 50 Quadratmeter groß, haben die kleinen Raubtiere anfangs nur sehr zögerlich und vorsichtig erkundet. „Der Außenbereich ist durch ein Rohr mit dem Innenbereich verbunden. Bis sich die Zwergotter in die Anlage getraut haben, hat es zwei Stunden gedauert, obwohl ich sie mit Fleischbällchen gelockt habe“, schmunzelt der erfahrene
Tierpfleger. Die Vorhut bildeten Vater Ambu und Mutter Hahima – die vier Jungtiere betraten den neuen Bereich erst, als ihre Eltern diesen gründlich begutachtet haben. Inzwischen hält sich die Zwergotter-Familie vor allem vormittags und nachmittags in ihrem Winterquartier auf: „Dann planschen sie in ihren zwei Wasserbecken und flitzen über Stock und Stein. Es scheint ihnen ganz gut zu gefallen“, freut sich Bramkamp. Die Gestaltung mit Lavasteinen, Farnen und mächtigen Wurzeln haben die Zoohandwerker und Bramkamp an das gegenüberliegende Karpfenstreichelbecken angepasst. In dem Innenbereich herrscht eine Temperatur von 10 bis 15 Grad, genau richtig für ein Bad. Zwar besitzen Zwergotter ein dichtes und wasserabweisendes Fell, aber bei Temperaturen unter 0 Grad gehen auch sie nicht mehr gerne schwimmen. „Mit dem Umbau haben wir den Platz im Tetra-Aquarium optimal genutzt: Im Winter können die Zwergotter hier planschen und dabei von den Besucher beobachtet werden. Und im Sommer ziehen die Wasserschildkröten ein, die zurzeit Winterruhe halten, und die Otter bleiben draußen“, so Bramkamp.

Guanakofohlen Miguel und Fernando

Während die Zwergotter Familie ihr neues Heim genießt, toben im Südamerika-Areal zwei Guanakofohlen über die Außenanlage. Guanakohengst Miguel, der am 19. November 2013 zur Welt kam, hat mit Halbbruder Fernando, geboren am 23. Dezember 2013, einen Spielkameraden bekommen. Revierleiter und Tierpfleger Daniel Chirico ist begeistert von seinen zwei neuen Schützlingen: „Die beiden sind ständig zusammen, laufen viel herum und jagen sich gegenseitig. Auch die Mütter Hella und Mona kümmern sich rührend und lassen sogar das jeweils andere Jungtier bei sich trinken.“ Besucher können den Nachwuchs an ihrer Fellfarbe und Größe unterscheiden: Fernando hat ein etwas dunkleres Fell und ist kleiner als Miguel.

Wissenswertes zu den asiatischen Zwergottern

Der asiatische Zwergotter ist mit einer Gesamtlänge von nur 90 cm und einem Gewicht von 6 kg die kleinste Otterart. Zwergotter sind in Südostasien beheimatet und leben immer in der Nähe von Wasser. Dabei bevorzugen sie stehende oder ruhig fließende Gewässer. Durch ihr wasserabweisendes, dichtes Fell, verschließbare Ohren und winzige Schwimmhäute zwischen den Zehen sind sie optimal an ihren nassen Lebensraum angepasst. Der Zwergotter wird auch gerne als Krallenotter bezeichnet. Dies verdankt er seinen kurzen, fingernagelartigen Krallen. Mit seinen empfindlichen Tastsinnesorganen an den Fingern spürt der Zwergotter Würmer und andere im Bodengrund lebende Tiere auf. Der Zwergotter kann mit seinem kräftigen Gebiss mühelos Krebse, Schnecken und Muscheln knacken. Zwergotter sind nicht gefährdet, aber durch die Zerstörung ihres Lebensraums bedroht. Zu ihren natürlichen Feinden zählen Krokodile und Schlangen.

Wissenswertes zu den Guanakos

Guanakos sind die wilden Vorfahren der Lamas und Alpakas. Sie leben in kleinen Gruppen von vier bis 30 Tieren, wobei ein Hengst die Gruppe anführt. Einzelne Herden können sich zeitweise zu einem losen Verband zusammenschließen, sodass man durchaus Großherden von bis zu 1.000 Tieren antreffen kann. Ihr Territorium markieren sie durch Kotplätze. Ist Gefahr im Verzug, droht der Hengst durch lautes Wiehern. Als die ersten Europäer nach Südamerika kamen, trafen sie viele Millionen Guanakos an. Heute hat sich der Bestand erheblich verringert; in manchen Gebieten sind sie fast ausgerottet. Wenn irgendwie möglich, wurden sie von den Schafzüchtern vernichtet, denn sie gelten als Nahrungskonkurrenten der Schafe.

Quelle: PM Zoo Osnabrück