Zoo Osnabrück: Giraffenjunge gestorben

Nuru circa eine Stunde nach der Geburt, Anfang Februar. Er steht bereits! Mutter Diana leckt ihn trocken. – Foto: Zoo Osnabrück / Lisa Josef

„Nuru zeigte am Montagmorgen erste Krankheitsanzeichen. Er kniff die Augen zusammen, was auf starke Schmerzen hindeutete, und bewegte sich nur noch sehr schleppend. Allerdings hatte er zu diesem Zeitpunkt noch solche Kräfte, dass er einer direkten Untersuchung auswich und uns nicht an sich heran ließ“, erläutert Zoodirektor Prof. Michael Böer, der sofort ein Breitbandantibiotikum sowie Schmerzmittel per Blasrohr verabreichen ließ. „Nachmittags war Nuru bereits so geschwächt, dass wir an ihn herankamen und
ihn erstmals gründlich untersuchen konnten. Unklare Lungenbefunde und eine niedrige Körpertemperatur wiesen auf ein schnell fortgeschrittenes Krankheitsbild hin.“ Nuru erhielt daraufhin erneut Medikamente und Infusionen. Doch die Notfallbehandlung schlug nicht an: Nuru verstarb in der Nacht.

„Für uns Zoomitarbeiter sind derartige Vorfälle sehr traurig und frustrierend. Denn Jungtiere von sehr großen Säugetieren lassen den Tierarzt erst im letzten Moment gefahrlos an sich heran. Dann geht es ihnen aber meistens schon so schlecht, dass kaum noch Hoffnung besteht“, bedauert Böer. „Nuru wog bereits 80 Kilo. Wäre er auf die Hinterbeine gestiegen und hätte ausgeschlagen, hätte das für Menschen Lebensgefahr bedeutet.“ Außerdem ließen sich gerade Fluchttiere eine Krankheit erst dann anmerken, wenn es ihnen bereits sehr schlecht ginge – ein in der Wildbahn überlebenswichtiges Verhalten, damit Fressfeinde nicht auf sie aufmerksam werden.

Erste Testergebnisse der Obduktion im Institut für Pathologie der tierärztlichen Hochschule Hannover haben nun ergeben, dass Nuru offenbar eine Muskelstoffwechselerkrankung hatte. „Die Gründe hierfür erfahren wir nach weiteren Tests nächste Woche“, so Böer. „Seine Mutter Diana ist bereits 24 Jahre alt. Aus der freien Wildbahn gibt es Erkenntnisse, dass Kinder von älteren Giraffenmüttern gesundheitliche Schwierigkeiten haben können.“

„Wir sind alle sehr erschüttert, dass der kleine Nuru gestorben ist“, äußert sich Revierleiterin Petra Kunze zu dem Todesfall im Giraffenrevier des Osnabrücker Zoos. Giraffenmutter Diana gehe es den Umständen entsprechend gut: „Wir haben sie sofort mit unseren übrigen fünf Giraffen zusammen gelassen, sodass sie abgelenkt war. Sie scheint den Verlust bereits verkraftet zu haben.“ Das könne ein Anzeichen dafür sein, dass Nuru bereits von Geburt an krank war – für die Menschen nicht bemerkbar, vielleicht aber für die Mutter.

Quelle: PM Zoo Osnabrück