Zoo Osnabrück: Neues Zuhause für Wölfin Odina gefunden

Foto: Zoo Osnabrück / Lisa Josef

Gute Nachrichten für Wölfin Odina: Sie hat im Tiergarten Worms ein neuesZuhause gefunden. Parallel zog ein Binturongweibchen am Schölerberg ein, das ab 2014 im Bereich der neuen „Angkor-Wat“-Tigeranlage leben wird.

Tierpflegerin Tanja Boss ist glücklich: Ihr Schützling, Wölfin Odina, hat ein neues Zuhause gefunden und fühlt sich dort anscheinend sehr wohl: „Odina hat es bei uns leider nicht geschafft, sich in die Gruppe zu integrieren. Deswegen lebte sie in den vergangenen Wochen alleine in einem Gehege nebenden Rothunden.“ Fieberhaft suchte der Zoo nach einem neuen Rudel für die Europäische Wölfin und fand es schließlich im Tiergarten Worms. Hier leben fünf Rüden zusammen, die Fähe war im vergangenen Jahr aus Altersgründen verstorben. Odina soll nun helfen, wieder eine klare Rangfolge aufzubauen und damit Ruhe in das Rudel bringen. „Am Montag haben wir Odina nach Worms gebracht. Die erste Nacht verbrachte sie in einem Vorgehege der Wolfsanlage, um die anderen erstmal durch das sichere Gitter kennenlernen zu können“, berichtet die Tierpflegerin. Nachdem sich Odina gestärkt hatte und die Nacht ruhig verlief, traf die Fähe dann direkt auf das Wolfsrudel und überraschte Boss: „Sie erkundete sofort selbstbewusst das Gehege und markierte es. Damit verhielt sie sich ganz anders als bei unserem Rudel, wo sie eher ängstlich war. Schließlich legte sie sich in der Nähe eines Teiches hin, ruhte sich aus und ließ sich dann auch von den Rüden beschnuppern.“ Nachdem Boss sich am Mittwoch noch einmal versichert hatte, dass es Odina weiterhin gut geht, trat sie zufrieden die Rückreise nach Osnabrück an.

Binturongweibchen eingezogen
Während der Zoo nun einen Wolf weniger hat, bereichert ein anderes Tier neuerdings den Schölerberg: Marder, Katze oder Bär – auf den ersten Blick kann man die neue Bewohnerin nicht so richtig einordnen. Und tatsächlich handelt es sich bei dem Binturong-Weibchen um eine eher unbekannte Tierart, wie Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Osnabrücker Zoo, berichtet: „Binturongs sind die größten Schleichkatzen der Welt, aber man findet sie nur selten in Zoos. Sie sehen in etwa aus wie kleine Bären, haben aber einen langen, buschigen Schwanz, mit dem sie auch greifen können.“ Binturongs gelten als gefährdet, da ihr Lebensraum, der südostasiatische Regenwald, vom Menschen zerstört wird. Das einjährige Weibchen, das aus dem Prager Zoo nach Osnabrück gekommen ist, lebt zunächst im Gibbongehege: „Sobald die neue Tigeranlage fertig gestellt ist, wird sie dort zusammen mit Siamangs, einer Affenart, in eine eigene Anlage ziehen. Bis dahin haben wir auch sicher einen passenden Partner für sie gefunden“, erläutert Wulftange das weitere Vorgehen. Die Gibbons haben solange tagsüber Unterschlupf bei den Orang-Utans Astrid und Buschi gefunden, nachts ziehen sie sich in ihren neuen Innenbereich im Menschenaffenhaus zurück. Noch ist das
Binturong-Weibchen sehr scheu und deswegen nur schwierig für die Besucher zu entdecken.

Nachwuchs bei Stachelschweinen und Zebramangusten
Neue Bewohner gibt es auch bei den Stachelschweinen und Zebramangusten, denn dort hat der „Storch“ vorbei geschaut: Bei den Zebramangusten, die in der afrikanischen Erlebniswelt „Takamanda“ zuhause sind, kamen Mitte Juli zwölf Jungtiere zur Welt. Zusammen mit den 16 erwachsenen Tieren wuseln sie umher, balgen miteinander und erkunden ihr Gehege: „Der Nachwuchs entwickelt sich sehr gut und ist auch für die Besucher schon gut zu sehen. Leider können wir nicht alle Tiere behalten – einige werden in anderen Zoos ein neues Zuhause finden“, erklärt Revierleiter und Tierpfleger Wolfgang Festl. Zur gleichen Zeit gab es auch bei den Stachelschweinen süßen Nachwuchs. Das männliche
Jungtier ist wohlauf und kuschelt trotz der vielen Stacheln momentan noch viel mit Mama und Papa im Haus.

Wissenswertes zum Binturong
Der Binturong ist die größte Schleichkatze der Welt und stammt aus Südostasien, wo er in tropischen Regenwäldern lebt. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, aber auch Insekten, Vögel oder Fische stehen auf dem Speiseplan. Der Binturong hat raues, langes und meist dunkelgrau gefärbtes Fell und sein Kopf ist geprägt durch lange, weiße Tasthaare sowie lange Ohrbüschel. Außerdem verfügt er neben einem einzigartigen Greifschwanz auch über kräftige Beine, was ihn zu einem guten Kletterer macht. Die Tragzeit von Binturongweibchen beträgt 88 bis 98 Tage. Der Binturong kann eine Körpergröße von bis zu 96 Zentimetern erreichen und ein Gewicht bis 20 Kilogramm. Er gilt als gefährdet, da sein Lebensraum durch den Menschen zerstört wird.

Quelle: PM Zoo Osnabrück