Zoo Osnabrück: Schlechtes Wetter sorgt für einen mageren Jahresstart

Foto: Zoo Osnabrück

Zoojahr 2013: Trotz schlechter Witterungsbedingungen 920.000 Besucher

Zoologische Gärten sind in hohem Maße wetterabhängig: Das zeigte sich im vergangenen Jahr in allen deutschen Zoos. Auch der Osnabrücker Zoo hatte unter dem Wetter zu leiden. 920.000 Besucher kamen an den Schölerberg, zehn Prozent weniger als im Jahr zuvor.

„Die witterungsbedingten Einnahmeverluste von 500.000 Euro tun uns richtig weh und fehlen natürlich bei den nächsten wichtigen Entwicklungsschritten“, bedauerte Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann bei der Vorstellung der Bilanz 2013. Für einen Zoo, der im Vergleich zu nahezu allen anderen bundesdeutschen Zoos kaum laufende öffentliche Zuschüsse erhält, sei das eine gefährliche Entwicklung. „Umso entscheidender war es insbesondere 2013 für uns, dass wir aufgrund unserer jahrelangen Marketingarbeit so viele Jahreskartenabonnenten haben, denn der Jahreskartenverkauf ist im Gegensatz zum Tageskartengeschäft weitgehend witterungsunabhängig.“ So kauften auch 2013 etwas mehr als 22.000 Familien wieder die preislich attraktive Jahreskarte. „Die Zahlungsfähigkeit des Zoos ist zwar kurzfristig sicher gestellt, da wir dank unserer vielen Sponsoren und Jahreskarten auch witterungsunabhängige Einnahmepotenziale aufbauen konnten, auf Dauer benötigen wir aber über 950.000 jährliche Gäste, um überleben zu können“, erläutert Busemann. Als der Zoo sich vor 15 Jahren strategisch neu aufgestellt hatte, lagen die Besuchszahlen noch bei lediglich 400.000 jährlichen Gästen.

Der Geschäftsführer, der seit 1996 im Zoo Osnabrück arbeitet, schaut trotz des schlechten Jahres vorsichtig optimistisch in die Zukunft: „Wenn der Zoo seine Attraktivität durch den Gesamtkomplex Angkor Wat, also den Affentempel, den Tigertempelgarten und das Menschenaffenhaus sowie durch die Erlebniswelt Nordamerika langfristig steigert, können wir dieses Besucherziel ‚950.000 plus’ erreichen.“ Neben dem neuen Menschenaffenhaus sei Nordamerika mit der Erneuerung der Volieren besonders wichtig. „Das sind unsere letzten großen Schwachstellen“, so Busemann.

Noch weitere sechs Millionen für Bauprojekte benötigt

Das bestätigen auch die Besucherbefragungen, die der Zoo gemeinsam mit der Unternehmensgruppe buw durchführt. Zwar sind die Weiterempfehlungsbereitschaft und die Zufriedenheitswerte sehr hoch, aber bei den aus Besuchersicht wichtigsten Punkten, der Anlagengestaltung und der Tierpräsentation, gibt es noch Defizite. „Die weichen Faktoren, wie kommentierte Fütteraktionen, Servicehilfen wie zum Beispiel Ferngläser oder Umgestaltung von einzelnen Gehegen zur besseren Sichtbarkeit von Tieren, haben wir umgesetzt. Nun müssen die letzten Großinvestitionen folgen“, berichtet Busemann. Und das kostet: Nordamerika werde mit circa vier Millionen Euro berechnet, diverse kleinere Projekte schlügen mit zwei Millionen Euro zu Buche. „Sechs Millionen Euro müssen wir also noch stemmen, um den Zoo sicher für die Zukunft aufzustellen. Dann haben wir insgesamt 34 Millionen Euro in den letzten 15 Jahren investiert“, rechnet Busemann vor. Und das seien noch kleine Beträge im Vergleich zu anderen Zoos: Emmen investiere 140 Millionen Euro, Hannover habe 100 Millionen Euro verbaut.

Einsparoffensive in allen Bereichen

Um die jetzige Durststrecke zu bewältigen, hat der Zoo 2013 eine Einsparoffensive umgesetzt, wie Busemann erläutert: „Wir haben alle Warengruppen mit einem externen Dienstleister auf Einsparpotenziale untersucht. So konnten wir insgesamt weitere 120.000 Euro pro Jahr an Einsparvolumen generieren, zum Beispiel bei Versicherungen, bei Hygieneartikeln, bei Energie oder auch beim Tierfutter.“ Parallel baut der Zoo seinen bestehenden Förderkreis aus: Über 140 Firmen unterstützen den Zoo und können dafür die Einrichtung für Sommerfeste, Weihnachtsfeiern, Kundenaktionen oder Netzwerkaktivitäten nutzen. „Wir haben ein sehr gutes Konzept und arbeiten professionell wie ein Wirtschaftsunternehmen, aber das Wetter können wir nicht ändern. Deswegen sparen wir, wo wir können, um die letzten Bauprojekte realisieren zu können und so den Zoo noch attraktiver und damit zukunftssicher zu machen. Und das werden wir schaffen“, blickt Busemann optimistisch in die Zukunft.

Für Zoopräsident Reinhard Sliwka ist besonders die Tatsache erwähnenswert, dass der Zoo „mit einem, im Vergleich zu anderen Zoos ausgesprochen schlanken Personalbestand“ seine Strategie konsequent umsetze. Dies habe zu einer „hohen Arbeitsverdichtung sowohl im Management als auch in allen anderen Bereichen geführt“. Auch Sliwka ist überzeugt, dass der Zoo auf dem richtigen Weg ist: „Der international anerkannte Zoo-Experte Anthony Sheridan hat uns die vorbildliche Entwicklung bestätigt – mit einem Spitzenplatz bei einem europaweiten Zooranking. Dass mit der Umgestaltung auch noch bessere Haltungsbedingungen für die Tiere einhergehen, ist selbstverständlich.“ Sliwka betonte auch die wichtige Rolle, die Zoos in der Gesellschaft spielen: „Die Menschen in der Region erhalten nicht nur einen wunderschönen Ort zur Erholung. Ein Zoo leistet auch einen wichtigen Beitrag hinsichtlich Artenschutz, Forschung und Bildung. Schließlich lernen die Menschen bei uns Tiere zu schätzen und zu lieben und erfahren auch, wie sie sie schützen können.“

Quelle: PM Zoo Osnabrück