Zoo Osnabrück: Zwei neue Fähen vergößern das Wolfsrudel

Foto: Lisa Josef / Zoo Osnabrück

Zwei neue Fähen vergrößern seit einigen Wochen das bislang dreiköpfige Wolfsrudel des Osnabrücker Zoos. Zoodirektor Prof. Michael Böer hofft auf Nachwuchs im Frühjahr.

Im Osnabrücker Wolfswald sollen die zweijährige Paulina und die fünfjährige Odina aus dem Bayerwald-Tierpark Lohberg zusammen mit den drei bestehenden Rüden für Nachwuchs sorgen. Das Vorgehen, zwei Fähen in ein Männer-Rudel einzugliedern, ist eher ungewöhnlich, war aber hier notwendig, wie Revierleiterin Tanja Boss erklärt: „In der freien Wildbahn gründen ein Rüde und eine Fähe zusammen eine Familie. Doch hier hatten wir drei Rüden, die sich sehr gut verstehen, und mit den Fähen ein Geschwisterpaar, das schon
lange zusammenlebt.“

Zoodirektor Prof. Michael Böer erläutert die Hintergründe: „So konnten wir sicherstellen, dass innerhalb beider Gruppen bei der Paarbildung weniger Konkurrenz herrscht und damit Konflikte weitestgehend ohne Verletzungen ausgetragen werden.“ Nach anfänglich kleineren Auseinandersetzungen hätten sich die Wölfe inzwischen fast komplett zusammengefunden. „Geht die Entwicklung so weiter, haben wir voraussichtlich schon bald ein neues Elternpaar, an dessen Aktivitäten sich die anderen Wölfe dann entsprechend anpassen werden“, freut sich Zoodirektor Prof. Michael Böer. „Wir rechnen dann mit der Paarung während der Ranz Ende Februar und so – hoffentlich – mit Welpen im Mai 2013.“

Die Vorbereitung auf die Paarungszeit ist laut der Revierleiterin auch für ungeschulte Augen gut zu beobachten: „Es ist momentan viel Bewegung in der Anlage: Die Rüden fangen an, um die Wölfinnen zu konkurrieren und die Hormone kommen so langsam in Wallung“, erzählt Boss. „Zurzeit sieht es ganz danach aus, als würden Welpi und Paulina unser neues Alpha-Paar.“

Innerhalb eines Sozialverbandes regeln Wölfe in jeweils nach Geschlechtern getrennten Rangordnungen unter den Rüden und den Fähen, wer die meisten Rechte genießt oder wesentlichen Einfluss auf das Jagd- und
Fortpflanzungsgeschehen nimmt. Die Rangordnung bestimmt auch, wer sich fortpflanzen darf oder aber in eher beigeordneter Rangposition sich an der Aufzucht der Welpen der beiden – meist jeweils Ranghöchsten – Elterntiere beteiligen darf.

Besucher können die Struktur des Wolfsrudels an der Körperhaltung erkennen: Je höher ein Tier seine Rute trägt, desto höher ist auch sein Rang in der Gruppe. Das interessante Sozialverhalten ist jetzt täglich bis zur Paarungszeit in der letzten Februarwoche zu beobachten. Zoobesucher können direkt von der drei Meter hohen Takamanda-Brücke in die um 1.500 Quadratmeter vergrößerte und mit Felsen gestaltete Wolfsanlage schauen – ähnlich einem Waldhang in der Wildbahn.

Quelle: PM Zoo Osnabrück