Zoo Osnabrück: Nasenbären auf großer Klettertour

Foto: Zoo Osnabrück

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Wer in den Osterferien in den Zoo Osnabrück geht, könnte einen kleinen Schreck bekommen: Sind die Nasenbären ausgebüxt? Nein, keine Sorge – sie haben eine neue Kletterkonstruktion bekommen, die aus ihrem Gehege herausführt.

„Wir haben eine ähnliche Konstruktion in einem anderen Zoo gesehen und diese sofort für unsere Nasenbären umgesetzt“, beschreibt Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zoo Osnabrück. Zwei Hängebrücken führen neuerdings aus dem eigentlichen Nasenbärengehege heraus über den Besucherweg Richtung Giraffenspielplatz zu fünf benachbarten Bäumen. Hier haben die Zoohandwerker über vier Meter hohe Aufenthaltsplattformen für die Tiere angebracht. „Nasenbären sind große Kletterkünstler und die leicht schwingende Brückenkonstruktion fordert sie heraus. Zudem sind sie sehr neugierig und beobachten gerne. Die neuen Plattformen bieten ihnen viel Abwechslung mit Blick auf den Spielplatz und die Besucherwege“, erläutert Klumpe die Vorteile der Erweiterung. An einem der Bäume können die Kleinbären mit der langen Schnauze und dem gelblich-braun geringelten Schwanz sogar bis zu 20 Meter hoch in die Baumkrone klettern – das haben sie sich aber noch nicht getraut. Lieber lassen sie sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Die kleinen Raubtiere umarmen beim Klettern den Stamm, krallen sich fest und ziehen sich dann flink nach oben. Abwärts geht es genauso, allerdings mit dem Kopf voran.

Die besondere Konstruktion so zu bauen, dass die Tiere in ihrem Zuhause bleiben, war eine Herausforderung, wie Zoohandwerker Rolf Piepmeyer berichtet: „Die Tiere haben uns immer wieder gezeigt, wo sie doch noch vorbei klettern können. Damit die Plattformen sicher halten ohne die Bäume zu schädigen, haben wir ein System ähnlich wie bei Kletterwäldern verwendet und die Baumstämme an diesen Stellen mit Feuerwehrschläuchen umwickelt.“

Die südamerikanischen Baumbewohner im Zoo Osnabrück scheinen sehr zufrieden mit ihrer neuen Ausflugsoption: „Sie sind sofort über die Brücken geklettert und haben sogar die erste Nacht auf den Plattformen geschlafen. Gerne liegen sie zu zweit oder dritt aneinandergekuschelt dort“, freut sich Klumpe. In einem Punkt sollten die Zoobesucher jedoch Vorsicht walten lassen: Die Nasenbären nutzen die Hängebrücken gerne als Freilufttoilette.

In manchen Städten Südamerikas werden Nasenbären übrigens fast zur Plage: Als Kulturfolger haben sie keine Angst vor menschlichen Siedlungen und suchen im Müll nach Futter. Gerne durchstöbern sie auch Rucksäcke von „wildlife“-Touristen. Eine weitere Besonderheit: Die Kleinbären reiten gern auf Tapiren und durchsuchen deren Fell und Haut nach Ektoparasiten, die sie verzehren. Das einzige Beispiel für Fellpflege zwischen verschiedenen Säugetierarten.

Quelle: PM Zoo Osnabrück