Zoo Osnabrück: Tigertempelgarten eröffnet am 7. April

TigerCountdown - Foto: Zoo Osnabrück

TigerCountdown – Foto: Zoo Osnabrück

Tigertempelgarten eröffnet am 7. April
Letzte Bau- und Gärtnerarbeiten im Zoo Osnabrück

In knapp vier Wochen, am 7. April 2014, wird der neue Tigertempelgarten im Zoo Osnabrück offiziell eröffnet. Besucher können ihn ab dem 8. April besichtigen. Handwerker und Gärtner arbeiten zurzeit auf Hochtouren, damit die zwei Sumatra-Tiger rechtzeitig einziehen können.

Dank des milden Winters und der motivierten Mitarbeiter liegen die Bauarbeiten voll im Plan, wie Detlef Gehrs, Gestalter der Themenwelt „Angkor Wat“, erläutert: „Die Zoohandwerker verputzen gerade die letzten Wände und den Aussichtssteg. Danach bearbeiten und färben sie noch die Mauern, sodass sie aussehen wie uraltes Gestein, wie beim Affentempel nebenan. Bis zu 30 verschiedene Farbnuancen in grün, beige oder gelb lassen die Steine dann wie eine verwitterte Ruine aussehen.“ Der Tigertempelgarten bildet nach dem Affentempel (Eröffnung 2012) den zweiten Bauabschnitt der fernöstlichen Erlebniswelt „Angkor Wat“ im Zoozentrum auf dem Schölerberg.

Die Bauarbeiten wurden bis auf den Rohbau, den das Bauunternehmen Scholle realisierte, hauptsächlich von den zooeigenen Handwerkern Carsten HagemannThomas Klöcker, Peter Karthmann und Sven Dahlke durchgeführt – angeleitet von dem kroatischen Felsbauspezialisten Goran Marusic und seinem Assistenten Detlef Roling. Das Team entwickelte sich im Laufe des Projekts zu wahren Künstlern: „Nachdem die nackten Betonwände standen, haben sie mithilfe von Spritzbeton und Handarbeit die Steinstrukturen und die verwitterte Oberfläche nachgebildet. Besucher fragen uns oft, woher wir denn die tollen Steine haben – die ja gar keine Steine sind“, schmunzelt Gehrs. Der Gestalter orientiert sich bei seinen Entwürfen an dem echten Angkor Wat in Kambodscha. „Die Steine in Angkor Wat sind beispielsweise nicht verfugt, sondern verzahnt – unten wurden die großen, oben immer kleinere Steine verwendet“, beschreibt Gehrs.

Während im unteren Bereich der 5,50 Meter hohen Mauern große Glasscheiben gitterfreie Einblicke ermöglichen, bringen die Handwerker eine Etage darüber Gitterunikate an: „Die rund 125 Gitter mit rautenförmigem Muster wurden von den Mitarbeitern nach asiatischem Vorbild in Handarbeit geschweißt. Sie sind verzinkt, damit sie nicht rosten, sehen jedoch dank Farbe sehr alt aus“, berichtet Gehrs.

1,1 Millionen Euro Gesamtkosten

Rund 1,1 Millionen Euro kostete der Umbau der Anlage, die so optisch schöner wird und den Tieren mehr Platz bietet: „Bei der alten Anlage nutzte man Gitter zur Gehegeeinfriedung und benötigte dafür einen Grüngürtel mit einem Sicherheitsabstand von rund drei Metern zwischen Besucherweg und Gitter. Wir verwenden nun 33 Millimeter dicke Panzerglasscheiben, können so auf den Grünbereich verzichten und den Tieren 30 Prozent mehr Platz bieten. Und die Besucher stehen Auge in Auge mit den Tieren“, freut sich Gehrs. Zusätzlich wurden die ehemaligen Geparden- und Pumagehege integriert, sodass die neue Tigeranlage 1.200 Quadratmeter plus weitere 230 Quadratmeter für einen Mutter-Kind-Bereich umfasst. Hauptattraktion des neuen Geheges ist ein fünf Meter hoher und 19 Meter langer Aussichtssteg mit Blick über die Anlage: „Hier ist der höchste Punkt der gesamten Erlebniswelt ‚Angkor Wat’ – Besucher können die Tiger gitterlos von oben beobachten, aber auch zu den Schweinsaffen auf ihrem Affentempel oder in das asiatische Spiel- und Streichdorf schauen“, so Gehrs.

Pflanzen für den Tigertempelgarten

Parallel zu den letzten Handwerkerarbeiten rücken nun die Gärtner an: Damit die Anlage möglichst naturnah aussieht, säen sie Gras aus, pflanzen Sträucher und Bambusstauden ein und verankern Wurzeln im Boden. Die Bepflanzung sei mit Blick auf das Gefälle in der Anlage besonders wichtig, damit die Erde bei Regen nicht in dem fünf mal fünf Meter großen Schwimmbassin lande, so Gehrs. Die zwei Sumatra-Tiger aus Frankreich und Polen werden voraussichtlich Ende März einziehen und sich bis zur Eröffnung schon einmal an ihr neues Zuhause gewöhnen können. Zu Pfingsten erhalten die vom Aussterben bedrohten Großkatzen noch Nachbarn: Siamangs, eine
Gibbon-Art, und Binturongs, eine Schleichkatzenart. Der 380 Quadratmeter große gesonderte Bereich wird planmäßig erst nach der Eröffnung des Tigergeheges fertig gestellt.

„Angkor Wat 3“: Das Menschenaffenhaus

Nach den letzten Arbeiten im Tigertempelgarten wechseln die erfahrenen Handwerker dann gleich zum nächsten Projekt, wie Zoogeschäftsführer Andreas Busemann berichtet: „Wir starten noch in diesem Jahr mit dem Umbau des benachbarten Menschenaffenhauses, das dann den dritten Tierbereich der Erlebniswelt ‚Angkor Wat’ bildet. Damit erhalten unsere Orang-Utans Buschi und Astrid und deren Mitbewohner, die Weißwangenschopf-Gibbons, auch endlich ein moderneres und größeres Zuhause“, blickt Zoogeschäftsführer Andreas Busemann optimistisch in die Zukunft. Hierfür hat der Zoo die Spendenkampagne „Wir für Buschi“ gestartet, bei der alle Buschi-Freunde mitmachen können.

Quelle: PM Zoo Osnabrück