Zoo Osnabrück trauert um Nashornbullen Hans-Franz

Nashornbulle Hans-Franz erreichte ein hohes Alter von fast 39 Jahren - Foto: Zoo Osnabrück

Nashornbulle Hans-Franz erreichte ein hohes Alter von fast 39 Jahren – Foto: Zoo Osnabrück

Eine schwere Entscheidung musste vor einer guten Woche im Zoo Osnabrück gefällt werden: Nashornbulle Hans-Franz ging es gesundheitlich im bereits fortgeschrittenen Alter von 38 Jahren immer schlechter, sodass er eingeschläfert werden musste.

Der Gesundheitszustand von Breitmaulsnashorn Hans-Franz hatte sich bereits in den letzten Wochen und Monaten stetig verschlechtert, wie Zootierarzt Thomas Scheibe berichtete: „Seit Oktober hatte er zunächst immer mehr Hautprobleme. Entzündungen breiteten sich am ganzen Körper und an den Füßen aus, und es entstanden teilweise großflächige Hautveränderungen, die wir nach Überprüfung der Blutwerte auch entsprechend behandelten. Mehrere labordiagnostische Blutanalysen ließen jedoch keine Rückschlüsse auf das Vorliegen einer spezifischen Erkrankung zu.“ Trotz besonderer Vitamin- und Mineralstoffergänzungen verlor der Bulle bei stets gutem Appetit bis zu einem Vierteil seines gesamten Körpergewichtes im Verlaufe der letzten zwei Monate. Er zeigte typisch für besonders alte Tiere eine immer mehr zunehmende Muskelschwäche.

Am Samstag, 03.01.2015, konnte Hans-Franz sich nicht mehr von seinem Nachtlager erheben. „Wenn so große Tiere festliegen, können sie meist infolge der fortlaufenden Zeit bei zunehmender Kreislaufbelastung nicht mehr selbstständig aufstehen. Infolge dessen sind alle vier angewinkelten Beine und die inneren Organe aufgrund des großen Körpergewichtes von fast zwei Tonnen schlechter durchblutet und überlastet. Hier mussten wir eine Entscheidung treffen, auch im Sinne des Tieres – da tragen wir die Verantwortung“, so Scheibe. Gemeinsam mit dem Zooinspektor, den wissenschaftlichen Mitarbeitern und dem leitenden Tierpfleger aus dem Nashornrevier fällte er schließlich die Entscheidung das Tier von seinem Leiden zu erlösen. „So eine Entscheidung ist nie leicht, allerdings ließ sein aussichtsloser Zustand uns keine andere Wahl“, so der wissenschaftliche Mitarbeiter Tobias Klumpe. Der Tierkörper wurde am darauf folgenden Montag zum Institut für Pathologie der tierärztlichen Hochschule Hannover überführt, wo die Experten eine umfassende Untersuchung vornehmen werden. „Bis jetzt konnte lediglich festgestellt werden, dass der Bulle schwere Veränderung der inneren Organe hatte. Die Ursache dafür ist noch nicht geklärt. Wir wissen nicht genau, wann wir das endgültige Untersuchungsergebnis bekommen, weil die noch ausstehenden feingeweblichen Schnittuntersuchungen möglicherweise noch spezielle Analysen auf virale und bakterielle Erreger nach sich ziehen können“, so Zoodirektor Prof. Michael Böer. „Wir wissen zwar, dass Hans-Franz im hohen Alter gestorben ist, als wissenschaftlich geleiteter Zoo möchten aber wir sehr genaue Kenntnisse bekommen über die Todesursache bei alten Tieren.“

Nashornbulle Hans-Franz kam 1979 aus dem niederländischen Safaripark Beekse Bergen nach Osnabrück und lebte seit dem am Schölerberg. Obwohl er sein Zuhause mit verschiedenen Weibchen teilte, zeugte er leider keinen Nachwuchs. „Für uns ist sein Tod natürlich ein großer Verlust. Hans-Franz war nicht nur ein Liebling der Tierpfleger und sehr zutraulich, sondern auch ein wertvolles Tier im Sinne der Nachzucht dieser bedrohten Tierart. Aber er hat ein stolzes Alter erreicht“, so Klumpe. Für die drei Osnabrücker Nashornkühe Amali, Lia und Marcita sucht der Zoo nun einen passenden Nashornbullen – weiterhin in der Hoffnung mit Nachwuchs zur Arterhaltung der Breitmaulsnashörner beitragen zu können.

Quelle: PM Zoo Osnabrück