Zoo Osnabrück wird Energieversorger für Kreisverwaltung und co

Foto: Simon Pannock / zoogast.de

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Eine Zusammenarbeit mit Leuchtturmcharakter haben der Zoo Osnabrück und der Landkreis Osnabrück auf die Beine gestellt: Der Zoo wird dabei zum Energieversorger und der Landkreis reduziert seinen CO2-Ausstoß in der Wärmeversorgung um 80 Prozent.

Ein Zoo als Energieversorger? Normalerweise verbrauchen Zoos eher enorm viel Energie aufgrund von Warmhäusern und Aquarien. Aber der Zoo Osnabrück hatte im Rahmen seines Energiesparprogramms auf regenerative Energie umgesattelt und kann mit Hackschnitzelanlage und Blockheizkraftwerk nun sogar die angrenzende Kreisverwaltung des Landkreises Osnabrück, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, den Hauptverband des Osnabrücker Landvolkes und die Niedersächsischen Landgesellschaft mit Wärme versorgen. „Das Energiesparprogramm hatten wir vor circa neun Jahren mit Hilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und den Stadtwerken Osnabrück angestoßen. Dabei haben wir alle Häuser im Zoo und ihren Energieverbrauch genau unter die Lupe genommen“, berichtete Zoogeschäftsführer Andreas Busemann beim Pressetermin. Auch ein zooeigenes Nahwärmenetz wurde errichtet, an das schon damals das benachbarte Naturkundemuseum angeschlossen wurde. Nun werden zwei weitere Wärmeleitungen vom Heizhaus Richtung Landkreisverwaltung gelegt, wie Energieberater Dipl. Ing. Frank Hanneken erläutert: „Ein mit Hackschnitzel aus regionaler Herkunft betriebener Biomassekessel dient als Hauptwärmeerzeuger, ein Biomethan- Blockheizkraftwerk kann flexibel betrieben werden und eine Gasheizung steht zur Notversorgung bereit.“ Zusätzlich wird ein großer Pufferspeicher mit 300 Kubikmeter Volumen aufgestellt, um Leistungsspitzen im Wärmenetz abzufangen bzw. geplante Wartungsintervalle zu überbrücken.

Modellregion für die Energiewende

Der Landkreis Osnabrück freut sich dank der Kooperation die 33 Jahre alte Heizungsanlage ersetzen zu können. Der Landkreis wurde im Jahr 2011 als eine von 19 Modellregionen bundesweit als Vorreiter für die Energiewende ausgewählt: „Dieser Umstand erfüllt den Landkreis mit Stolz, nimmt uns aber auch in die Pflicht“, so Stefan Muhle, Erster Kreisrat des Landkreises Osnabrück. Im Rahmen dieses Klimaschutzmasterplans prüft der Landkreis Osnabrück bei allen Projekten die Machbarkeit einer erheblichen Reduktion der Treibhausgase gegenüber dem Basisjahr 1990.

80prozentige CO2-Einsparung

Die technisch veraltete Heizungsanlage des Kreishauses ist mittlerweile in erheblichem Umfang störanfällig. Die zukünftige Wärmeversorgung wurde auf Basis einer Nahwärmeversorgung mit Lieferbeginn ab dem 01.10.2015 europaweit neu ausgeschrieben. Die zu liefernde Heizwärme soll im Jahresmittel zu mindestens 80 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt werden. „Hierzu konnte der Zoo Osnabrück ein den Anforderungen entsprechendes geeignetes und wirtschaftliches Angebot abliefern und erhielt dementsprechend den Zuschlag“, freut sich Zoogeschäftsführer Busemann. Zur Abdeckung von Not- und Spitzenlastzeiten betreibt das Kreishaus weiterhin eine kleinere separate Heizungsanlage.

„Durch den Abschluss des Wärmelieferungsvertrages mit dem Osnabrücker Zoo erreicht der Landkreis Osnabrück zukünftig dauerhaft das sich selbst gesteckte Ziel von einer 80prozentigen CO2-Einsparung“, so Muhle. Dies führt zu einer voraussichtlichen durchschnittlichen jährlichen CO2-Einsparung gegenüber dem Ist-Zustand von rund 615,5 Tonnen pro Jahr bzw. 476,9 Tonnen pro Jahr im Vergleich zu einer neuen Erdgasheizungsanlage. Der Heizwärmevertrag ist auf eine zehnjährige Dauer mit einer einmaligen Verlängerungsoption von fünf Jahren ausgelegt.

Klimaschutzgedanke verbindet

Der Zoo wird die bestehenden Anlagen, einen Hackschnitzelkessel (950 kWth.) ein Blockheizkraftwerk (264 kWth.) und eine Gasheizung (560 kWth..), noch um ein BHKW (891 kWth.) und eine Gasheizung (1.500 kWth.) ergänzen. „Während der Hackschnitzelkessel im gesamten Jahr läuft, werden die flexibel betriebenen Biomethan- Blockheizkraftwerke nur im Winter unterstützen“, so Hanneken. Die Gasheizungen stehen für Notfälle zur Verfügung. „Die Investitionskosten liegen bei circa 500.000 Euro, diese werden sich aber in circa fünf Jahren amortisiert haben“, erläutert Zoogeschäftsführer Busemann. „Beide Institutionen verbindet der Gedanke des Klimaschutzes und der Nutzung von regenerativen Energien. Es ist toll, dass wir die nachbarschaftliche Beziehung und die bisherigen Kooperationen so weiter vertiefen können.“ Die Bauarbeiten starten im August. Die Leitungen über eine Strecke von 428 Metern sollen bis Oktober verlegt und angeschlossen sein.

Quelle: PM Zoo Osnabrück