Zoo Osnabück: Hochschule unterstützt Osnabrücker Orang-Utan Buschi

Foto: Zoo Osnabrück

Foto: Zoo Osnabrück

Studierende konzipieren Online-Shop für Buschi
Hochschule unterstützt Osnabrücker Orang-Utan

Einen ungewöhnlichen Auftrag erhielten die Teilnehmer der Veranstaltung „eBusiness“ an der Hochschule Osnabrück: Sie durften für Buschi, den bekannten Orang-Utan im Zoo Osnabrück, einen Online-Shop konzipieren.

Mehr Infos zum Zoo Osnabrück: ZOO- UND TIERPARKLISTE

Wozu benötigt ein Orang-Utan einen Online-Shop? Zoogeschäftsführer Andreas Busemann erläuterte: „Im Rahmen der Spendenkampagne ‚Wir für Buschi’ für den Umbau des Menschenaffenhauses hatten die Zoopartner und wir die Idee Buschi-Artikel, wie Buschi-Schuhe, Buschi-Kaffee oder Buschi-Regenschirme, anzubieten, mit denen Spenden generiert werden können. Daraufhin überlegten wir, ob ein Online-Shop für diese Artikel Sinn machen würde.“ Diese Fragestellung war wiederum interessant für Prof. Andreas Schmidt, Lehrender an der Hochschule Osnabrück im Lehrgebiet Wirtschaftsinformatik. Er führte dort die Veranstaltung „eBusiness“ für die Studiengänge „Betriebliches Informationsmanagement“, „Betriebswirtschaft und Management“ sowie „International Management“ durch: „Ziel unserer Veranstaltung ist es, Studierende zu befähigen die ökonomischen, technischen und organisatorischen Aspekte einer vernetzten Geschäftsabwicklung zu verstehen, zu analysieren und zu optimieren. Dabei werden zunächst wesentliche Konzepte des eBusiness entlang der elektronischen Wertschöpfungskette erarbeitet. Darauf aufbauend setzen die Studierenden dann anhand eines konkreten Praxisbeispiels ihre Erkenntnisse um – da kam die Idee für den Buschi-Online-Shop genau passend.“

Praxisprojekt mit Kundenkontakt

Foto: Simon Pannock / zoogast.de

Foto: Simon Pannock / zoogast.de

Und so machten sich acht der insgesamt 23 Kursteilnehmer aufgeteilt in zwei Gruppen Anfang des Sommersemesters 2014 für Orang-Utan Buschi an die Arbeit. Die Studierenden Marina Domke, Jan-Nicklas Klaassen, Philip Dauwe, Markus Wulftange, Sven Winkler, Anh-Tu Tran, Judith Alwes und Irene Widerker überprüften, welche Logistiklösung für den Shop am meisten Sinn macht, welche Zahlungsmöglichkeiten angeboten werden sollten, mit welchen Marketingmaßnahmen dieser bekannt gemacht werden kann oder wie die Internetseite aufgebaut sein sollte. Schlussendlich begannen sie auch mit der Programmierung. Dabei konnten die Studierenden mit dem Zoo Osnabrück und zuständigen Partnern direkt in Kontakt treten – eine besondere Erfahrung für die Studierenden, wie Judith Alwes berichtete: „Ich habe mich für das Thema entschieden, weil ich hier direkt mit einem Kunden zusammenarbeiten konnte. Das fand ich am spannendsten – auch mit Blick darauf, dass der Shop vielleicht in die Tat umgesetzt wird.“ Für Anh-Tu Tran machte vor allem die regionale Verbundenheit zum Zoo das Projekt interessant, aber es kostete ihn
auch Nerven, wie er schmunzelnd zugab: „Das Arbeiten mit der Online-Shop Software war sehr herausfordernd, da ich im Voraus weder Kenntnisse über HTML bzw. über diese Software besaß.“ Auch Sven Winkler profitierte von dem
Projekt: „Durch die Vertiefung in die Prozesse eines Online-Shops konnte ich neue Erkenntnisse im Bereich der Lagerhaltung und der Fulfillment-Bestandteile erlangen. Die Komplexität einer funktionierenden Lieferkette ist mir durch dieses Projekt sehr viel deutlicher geworden.“

Professor Schmidt ist mit den Ergebnissen sehr zufrieden: „In der Fallstudie mit dem Zoo haben die Studierenden die theoretischen Kenntnisse sehr gut in die Praxis umgesetzt und wesentliche eigene Impulse zur Optimierung der Geschäftsablaufs gegeben, wie die Einführung der iBeacon-Technologie zur personifizierten Ansprache der Zoo-Besucher oder Vorschläge zur engeren Kundenbindung mit Hilfe von Customer-Relationshipmanagement-Programmen.“ So habe sich wieder einmal gezeigt, dass die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis einen wesentlichen Mehrwert sowohl für die Studierenden als auch für die beteiligten Unternehmen bringt.“

Ob der Online-Shop nun tatsächlich realisiert werden kann, ist allerdings noch offen, wie Zoogeschäftsführer Busemann berichtete: „Zurzeit wissen wir noch nicht, ob wir die letzten Arbeiten für den Shop finanzieren können, da wir als gemeinnützige Einrichtung leider nicht über entsprechende Budgets verfügen. Gleichzeitig steht noch nicht fest, wie viele Buschi-Produkte es nun tatsächlich geben wird. Deswegen müssen wir noch einmal über Kosten und Nutzen beraten. Dennoch hoffen wir, demnächst einen Online-Shop auf Basis der tollen Arbeit der Studierenden umsetzen zu können – ganz herzlichen Dank dafür.“

Wissenswertes zur Spendenaktion „Wir für Buschi“

Foto:  Zoo Osnabrück / Lisa Josef

Foto: Zoo Osnabrück / Lisa Josef

Der beliebte und bekannte Orang-Utan Buschi und seine Partnerin Astrid benötigen ein neues Zuhause. Der 1971 im Zoo geborene Orang-Utan Buschi ist wohl die bekannteste Tierpersönlichkeit in Osnabrück. Viele kennen ihn schon von klein auf und haben ihn sogar als Baby auf dem Arm gehabt. Buschi malt gerne, löst knifflige Geschicklichkeitsspiele, liebt Gummibärchen und von Regen bekommt er schlechte Laune. Das Menschenaffenhaus ist trotz mehrerer Umbauarbeiten in die Jahre gekommen und soll bis 2016 umgebaut und vergrößert werden. Nach den neuen Tiergehegen in „Takamanda“ mit einer über 3.000 Quadratmeter großen Außenanlage für die Schimpansen oder dem Umbau der Bärenanlage in „Kajanaland“ soll nun endlich Buschi ein größeres Zuhause bekommen. Auch die Zoobesucher wünschen sich für die Menschenaffen mehr Platz.

Um sein neues Zuhause schnell realisieren zu können, möchte der Zoo alle Buschi-Fans für den Umbau mobilisieren, denn dieser kostet rund 1,6 Millionen Euro. Wie der benachbarte Affentempel und der Tigertempelgarten soll das neue Zuhause bald einer asiatischen Tempelruine gleichen und somit die Tierwelt „Angkor Wat“ komplett machen.

Quelle: PM Zoo Osnabrück

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