Zoo Salzburg: Der Gibbon ist das „Zootier des Jahres 2019“

Foto: Zoo Salzburg

Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) hat den Gibbon zum „Zootier des Jahres 2019“ gewählt. „In China sind allein in den vergangenen 20 Jahren zwei Arten für immer verschwunden, vom Menschen vollständig ausgerottet“, sagt Dr. Sven Hammer von der ZGAP. „Dieses Schicksal wollen wir den verbleibenden Gibbonarten unbedingt ersparen.“

Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner: „Seit 1985 leben Weißhandgibbons im Salzburger Zoo. Unser erstes Gibbon-Paar Hanna und Rudi wurden vor über 30 Jahren am Flughafen Frankfurt beschlagnahmt. Die beiden hatten Glück im Unglück, dass sie zu uns kamen. Hanna brachte zehn gesunde Jungtiere von Rudi in Salzburg zur Welt. Er starb 2007. Hanna zog noch ihre gemeinsame Tochter Jiao auf, bis sie 2013 im hohen Alter von etwa 35 Jahren verstarb“.

Seit 2013 lebt nun Jiao mit dem Weißhandgibbon-Männchen Samuk in Salzburg zusammen. Die beiden sind Botschafter ihrer Art, die helfen, dass die sogenannten kleinen Menschenaffen mehr Aufmerksamkeit für die Erhaltungszuchtbemühungen der Zoologischen Gärten sowie die Schutzprojekte in den südostasiatischen Ursprungsländern in der Öffentlichkeit erhalten.

Kräfte bündeln
Dazu sammeln alle beteiligten Partner Gelder, um mit konkreten Maßnahmen zum Erhalt der Gibbons beizutragen. Neben der federführenden Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) arbeiten die Einrichtungen und Mitglieder der Deutschen Tierpark-Gesellschaft e.V. (DTG), des Verbandes der Zoologischen Gärten e.V. (VdZ) und der Gemeinschaft der Zooförderer e.V. (GdZ) eng zusammen. „Wir wollen unsere Kräfte bündeln, um möglichst viel bewirken zu können“, sagt Viktoria Michel, Projektkoordinatorin der „Zootier des Jahres“-Artenschutzkampagne. „Dazu haben wir zwei Projekte ausgewählt, um mit den gesammelten Mitteln den Schutz der Gibbons noch effektiver durchführen zu können.“

Nakai-Nam Theun, Laos – Weißwangen-Schopfgibbons
In Laos ist das Schutzgebiet Nakai-Nam Theun mit 3.500 Quadratkilometern Fläche eines der letzten großen zusammenhängenden Waldgebiete in Südost-Asien. Es beherbergt zahlreiche endemische und stark bedrohte Arten. Hier leben der Nördliche (Nomascus leucogenys) und der Südliche Weißwangen-Schopfgibbon (Nomascus siki). „Project Anoulak“ bietet Hilfe für die seltenen Tierarten in Laos. Um die Wilderei zu reduzieren, patrouillieren in sorgsam ausgewählten Bereichen 24 ausgebildete Ranger durch den Wald, die durch die lokale Regierungsbehörde unterstützt werden.

Kon Plong, Vietnam – Gelbwangen-Schopfgibbons
In Zentralvietnam leben noch etwa 800 der bedrohten Nördlichen Gelbwangen-Schopfgibbons (Nomascus annamensis). Hier ist es das Ziel, den Lebensraum der Gibbons großflächig unter Schutz zu stellen und so ein Überleben dieser Art dauerhaft zu sichern. Deshalb sollen zwei bestehende Schutzgebiete miteinander verbunden werden und ein weiteres großes und bislang weitgehend unerforschtes Waldgebiet angefügt werden. Als Ergebnis soll ein Gibbon-Schutzgebiet von über 120.000 Hektar Fläche entstehen.

Quelle: PM Zoo Salzburg

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