Zoo Zürich ist klimaneutral und kompensiert CO2-Ausstoß im MIKIRA-Projekt in Madagaskar

Regenwaldladen - Foto: Zoo Zürich

Regenwaldladen – Foto: Zoo Zürich

Zoo Zürich ist klimaneutral und kompensiert CO2-Ausstoß im MIKIRA-Projekt in Madagaskar 

Der Zoo Zürich wird klimaneutral und kompensiert seinen Rest-CO2-Ausstoss vollumfänglich. Das Geld kommt einem Naturschutzprojekt in Madagaskar zu Gute. Auch in anderen Bereichen arbeitet der Zoo Zürich kontinuierlich daran, Ressourcen zu schonen und die Nachhaltigkeit zu verbessern. Zu den Kernaufgaben des Zoo Zürich als Botschafter zwischen Mensch, Tier und Natur gehören der Schutz der Natur und die Arterhaltung.

Der Zoo Zürich hat eine freiwillige Zielvereinbarung mit der Energieagentur der Wirtschaft unterzeichnet, in der er sich zu einer weiteren Einsparung von CO2 verpflichtet. Für das Jahr 2012 wurde im Zoo Zürich mittels des „Greenhouse Gas Protocol“ ein restlicher betrieblicher CO2-Ausstoss von 3’311 Tonnen ermittelt. Dieser wird mit Zertifikaten aus dem Makira-Projekt in Madagaskar kompensiert. Das Waldgebiet nahe dem Masoala-Nationalpark wurde kürzlich als REDD+-Projekt mit Gold-Status validiert. REDD steht abgekürzt für „Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“ und bezeichnet Projekte, in denen die Abholzung verhindert und die Wiederaufforstung vorangetrieben wird. Zusätzlich soll die lokale Bevölkerung vom Schutz der Wälder profitieren.

100% Öko-Strom

Der Zoo Zürich bezieht 100% Ökostrom des Labels „naturemade star“ von den EWZ. „naturemade“ ist das Schweizer Qualitätslabel für Strom aus 100% erneuerbaren Energiequellen wie Wasser, Sonne, Biomasse und Wind. Zusätzliche Energie produzierten die zooeigene Photovoltaikanlage bei den Kamelen sowie mehrere Solarpanels. Überschüssige Kälte von Wärmepumpen wird durch Wärmerückgewinnung für die Gastronomie genutzt. Grünabfälle und Mist werden für die Produktion von Biogas verwendet. Wo möglich werden in den Tierhäusern, im Besucherbereich und in den Büros Stromsparlampen und Bewegungsmelder eingesetzt. In einigen Tierhäusern, in den Restaurants und in Leuchten mit FL-Leuchtmitteln regulieren Vorschaltgeräte die Stromschwankungen. Sie ermöglichen durch eine konstante und leicht verringerte Spannung, den Stromverbrauch um 15 bis 30% zu verringern.

Wärme

64% des Wärmebedarfs werden im Zoo Zürich mit Holzschnitzeln aus dem Wald erzeugt. Durch den Einsatz von 5’200 bis 7’300 m3 Holzschnitzeln können bis zu 550’000 Liter Heizöl eingespart werden. Dadurch hat sich der CO2-Ausstoss um 1’450 Tonnen pro Jahr reduziert. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und CO2-neutral. Im Jahr 2010 wurden 50 Erdsonden je 250 Meter tief gebohrt, die nun über eine Wärmepumpe den grössten Teil der benötigten Wärme für den Masoala Regenwald erzeugen. Durch den Einsatz von Wärmerückgewinnungsanlagen, die Erneuerung der Energiezentrale und eine optimale Wärmedämmung bei Um- und Neubauten können die Heizleistung und vor allem der Anteil an Öl im gesamten Zoo zusätzlich reduziert werden. Gesamthaft wird heute 88% der Wärme nachhaltig produziert.

Wasser

Der Zoo Zürich reduziert seinen Wasserverbrauch auf ein Minimum, wobei auf die Bedürfnisse der Tiere Rücksicht genommen werden muss. Die zum Teil sehr grossen Wasserflächen werden unter anderem durch Pflanzensandfilter in der Anlage selbst gereinigt. In verschiedenen Bereichen des Zoos wird Regenwasser und Grauwasser für die Nachspeisung der Teiche, die Beregnung und im Sanitärbereich zur Klospülung eingesetzt. Der Masoala Regenwald wird beispielsweise durch aufbereitetes Regenwasser versorgt.

Abfall

Im Zoo Zürich wird der Abfall konsequent getrennt und wiederverwertet. Metall, Holz, Papier, Karton, Bauschutt, Grüngut, Batterien, PET werden auf dem Betriebshof gesammelt und fachgerecht entsorgt. Durch die Zentralisierung, durch grössere Mulden und ein effizientes Entsorgungskonzept werden Fahrten eingespart. Grünabfälle wie Mist und Speisereste werden der Biogasproduktion zugeführt. Pflanzenteile (Stämme und Äste) und Holzschnitzel aus dem eigenen Wald werden für Tiere aufbereitet und nach dem Einsatz kompostiert und für weitere Nutzungen eingesetzt (Kompost, Rindenmulch, Erde usw.). Altes Holz wird zum Teil zur Verhaltensanreicherung genutzt, danach gehackt und als Holzschnitzel in Tieranlagen und zum Schluss als Grünabfall zur Biogasherstellung verwendet.

Bautätigkeit

Der Zoo baut nach den ökologischen Richtlinien des Kantons Zürich. Es wird FSC-Holz verwendet. Zur Vermeidung von grauer Energie wird europäisches Holz bevorzugt. Der Zoo Zürich setzt lösungsmittelfreie Malerfarben, Lacke und Leime ein und vermeidet FCKW und andere toxische Substanzen. Beim Bau von neuen Anlagen und Sanierungen orientieren wir uns an den MuKen-Vorgaben (Musterkennzahlen der Energiedirektorenkonferenz). Schwere Transportgeräte von Fremdunternehmen müssen mit Russpartikelfiltern ausgerüstet sein. Wiederverwertbare Baumaterialien werden fachgerecht getrennt. Ausserdem wird wo immer möglich rezykliertes Betonkies verbaut und Aushubmaterial wird auf der gleichen Baustelle wiederverwendet.

Verkehr

Der Zoo Zürich empfiehlt den Besuchern, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Mehr als 45% aller Zoobesucher kommen heute mit Tram/Bus auf den Zürichberg. Der Zoo setzt sich dafür ein, dass sich dieser Anteil laufend erhöht und baut die Partnerschaften mit den SBB und dem ZVV kontinuierlich aus. Die Anreisefahrten der Besucher gehören nicht zum eigentlichen Betrieb, sie sind Immissionen der Besucher und werden nicht durch den Zoo kompensiert.

Gastronomie

Hand in Hand mit der Naturschutzphilosophie des Zoo Zürich setzen die drei Restaurants Pantanal, Masoala, Altes Klösterli und das Zoocafé vom Einkauf bis zur Verarbeitung auf die drei Säulen ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. In den Küchen der Zoorestaurants werden so weit als möglich nur regionale, nachhaltig produzierte und saisongerechte Produkte verarbeitet. Die vier Gastronomiebetriebe verzichten bewusst auf Meerfisch, Schalentiere und Meeresfrüchte. Stattdessen kommen Fische aus Schweizer Gewässern auf die Teller, mehrheitlich Felchen, Egli und Zander. Ausserdem bieten sie nur Schweizer Fleisch aus tiergerechter Haltung an. Alle Betriebe haben auf Fleisch aus IP-Betrieben umgestellt. Einzige Ausnahme ist Wild aus Österreich, da die Nachfrage in der Schweiz das Angebot übersteigt.
Als grösster Schweizer Einzelkunde bezieht der Zoo Zürich seine Eis von Emmi. Sie verarbeitet zu 100% Milch und Rahm aus der Schweiz und setzt kein Palmöl ein. Sämtliche Backwaren werden von Fredy‘s geliefert, der ausschließlich Getreide von IP SUISSE oder Bio Knopse verwendet. Die rund 60 Tonnen Pommes Frites, die jährlich im Zoo Zürich verschlungen werden, werden in Bischofszell hergestellt und im Zoo mit Schweizer Sonnenblumenöl frittiert. Außerdem wird in allen Zoo-Restaurants mit Bio-Milch, Bio-Butter und Bio-Eiern gekocht.
Alle Restaurants und Außenstände verwenden kein Einweggeschirr und keine Tragtaschen aus Plastik. Es kommen nur noch Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen zur Verwendung. Dies sind Kartonartikel aus rezykliertem Material, Getränkebecher und Schalen aus Maisstärke sowie Artikel aus Zuckerrohrabfällen und Palmblättern. Wie auch in allen anderen Zooanlagen kommen in den Gastronomiebetrieben ökologisch abbaubaren Reinigungsmittel und Dyson Händetrockner zum Einsatz.

Edukation und Naturschutz

„Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen“ – dieser Leitsatz prägt die Entwicklung und die Aktivitäten des Zoo Zürich seit Jahren maßgeblich. Entsprechend hat der Zoo Zürich eine Vorbildfunktion und möchte seine Besucher auf edukative Art und Weise über bereits verwirklichte und geplante Umweltmaßnahmen informieren.
Der Zoo Zürich gewährt der Stiftung Fledermausschutz und dem Verein Freunde der Galapagosinseln Schweiz seit vielen Jahren Gastrecht und erweitert sein Naturschutzengagement außerhalb der Zoogrenzen auf sechs zentrale Themen. In verschiedenen Ausstellungen kann sich der Zoobesucher über die Projekte informieren. Die Ausstellung, die das Engagement des Zoo Zürich in Sumatra zum Schutz der Orang-Utans thematisiert, wurde von der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften gar ausgezeichnet.
Am prominentesten ist das Engagement des Zoo Zürich in der Masoala Region in Madagaskar. Seit 1996 sind über 3,5 Mio. Schweizer Franken allein in Madagaskar in vielfältige Projekte der Regenwalderhaltung, der Aufforstung und der Schulbildung von Kindern geflossen, die in enger Kooperation mit der Wildlife Conservation Society WCS und dem Masoala Nationalpark durchgeführt werden. Allein in der Masoala Region haben über 35’000 Personen von diesen Projekten direkt profitiert und es werden jährlich über 100’000 Bäume gepflanzt. Das jüngste Projekt ist der Aufbau einer Kakao-Modellplantage und eines ersten Fermentationszentrums. Sie sollen der Bevölkerung in der Umgebung des Masoala Nationalparks zukünftig eine wirtschaftliche Alternative zur Brandrodung von Regenwald aufzeigen.

Das Naturschutzengagement des Zoo Zürich außerhalb seiner Grenzen:

Alle Naturschutzprojekte des Zoo Zürich in 2014 - Bild: Zoo Zürich

Alle Naturschutzprojekte des Zoo Zürich in 2014 – Bild: Zoo Zürich

Nachhaltige Finanzierung

Damit der Zoo Zürich funktioniert, müssen täglich 61’900 Franken aufgewendet werden (Stand 2013). 75% dieser Betriebskosten nimmt der Zoo Zürich durch den Verkauf von Eintritten, Tierpatenschaften, den Verkäufe in den Zooshops, Einnahmen aus den Veranstaltungen und Restaurants und durch das Sponsoring der Zürcher Kantonalbank, der Elektrizitätswerke der Stadt Zürich (EWZ), der Mobiliar sowie der Migros Genossenschaft Zürich ein. Die restlichen 25% der Betriebskosten teilen sich die Stadt Zürich und der Kanton Zürich je zur Hälfte. Der Beitrag der Stadt Zürich entstammt dem regulären Budget der Stadt. Der Kanton Zürich entnimmt seinen Beitrag aus dem Kantonalen Lotteriefonds. Dieser erhält seine Finanzmittel durch die Ausschüttungen der Swisslos Interkantonalen Landeslotterie.

Die Spenden von Privatpersonen und Firmen an den Zoo Zürich fliessen vollumfänglich in den Bau neuer Tieranlagen und werden nicht für die Betriebskosten verwendet.

2% des Umsatzes unseres Masoala Restaurants und Shops gehen an den Masoala Nationalpark in Madagaskar. Zudem unterstützt der Zoo Zürich viele weitere Naturschutzprojekte auf der ganzen Welt mit Sammelaktionen und Hintergrundinformationen.

Nachhaltigkeit in anderen Bereichen

Nachhaltigkeit wird im Zoo nicht nur ökologisch sondern gezielt auch in sozialen und ökonomischen Bereichen gelebt.

Optimierungspotenzial

Der Zoo ist bestrebt, im Bereich der Nachhaltigkeit noch besser zu werden, um damit Ressourcen, aber auch Geld zu sparen.

Wichtigste Massnahmen, die in den nächsten Jahren verfolgt werden:
• Weitere Verringerung der benötigten Heizungsleistung und von Wasser
• Reduktion der Abfallmenge
• Alte Häuser auf ihre Wärmedämmung hin überprüfen, sanieren oder ersetzen
• Optimierung der Transportlogistik
• Bezugsquellen und deren Nachhaltigkeit für Restaurant- und Shopprodukte überprüfen und anpassen
• Kommunikation der Nachhaltigkeitsmassnahmen an die Zoobesucher und Sensibilisierung für deren Einfluss auf die Erhaltung der Tierwelt.

Quelle: PM Zoo Zürich