Zoo Zürich: Zweiter Koala gestorben

Der Zoo Zürich verliert auch sein zweites Koala-Männchen an einer Infektionskrankheit. Am vergangenen Donnerstag, 19. März 2020, musste sich der Zoo Zürich auch von seinem zweiten Koala-Männchen Milo verabschieden. Milo wurde euthanasiert, nachdem er zusehends schwächer wurde und die Untersuchungsergebnisse keine Hoffnung auf eine Besserung seines Zustandes zuliessen.

Grosse Teile der Koalapopulation in Australien sind natürlicherweise Träger von sogenannten Retroviren. Beginnen diese Viren, sich im Körper der Träger massenhaft zu vermehren, greifen sie das Immunsystem und die Bildung der Blutkörperchen an. Das betroffene Tier büsst seine Abwehrmöglichkeiten gegenüber Krankheitskeimen ein und die Fähigkeit zur Blutgerinnung. Die Veränderungen im Blutbild entsprechen jenen bei einer Leukämie.

Dem Tod beider Koala-Männchen, Milo und Mikey, liegt ein starker Befall mit Retroviren zugrunde. Die Veterinäre des Zoo Zürich nutzen nun alle bei diesen beiden Todesfällen gewonnenen Untersuchungsresultate, um Wege zu einer Früherkennung eines Virenausbruchs zu finden. Treten bereits klinische Symptome auf, kann den befallenen Tieren kaum mehr geholfen werden.

Ein Lichtblick bleibt: Milo hat sich vor seinem Tod mit den beiden Weibchen Maisy und Pippa gepaart. Ob diese Paarungen erfolgreich waren, wird sich aber erst in ein paar Monaten zeigen, denn junge Koalas verbringen ihre ersten fünf bis sechs Lebensmonate verborgen im Beutel der Mutter.

Die beiden Koala-Männchen Mikey und Milo kamen Anfang Februar 2018 aus dem Australian Reptile Park nach Zürich. Mikey starb am 13. Dezember des vergangenen Jahres an den Folgen eines Retroviren-Ausbruchs.

Quelle: PM Zoo Zürich

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