Zoopark Erfurt: Abschlussbericht der Pathologie zum Tod von Elefantenkuh Akili liegt vor

Akili und Chupa – Foto: Zoopark Erfurt

Tod von Elefantenkuh Akili:
Abschlussbericht der Pathologie 
Hannover liegt vor

Am 13. Dezember 2013 wurde die 12-jährige Elefantenkuh Akili ohne vorhergehende Krankheitsanzeichen morgens auf der Seite liegend im Stall aufgefunden. Sie konnte aus eigener Kraft den Kopf nicht heben, sich nicht in Brustlage bringen und nicht aufstehen. Die Zooleitung sowie Zoo- und Vertretungstierarzt wurden hinzugerufen, ebenso die Feuerwehr und der ADAC. Akili konnte ihre Stehfähigkeit trotz technischer Unterstützung nicht wiedererlangen und musste nach weiterem Voranschreiten der schwerwiegenden Symptome (Orientierungslosigkeit, neurologische Ausfälle, Muskelschwäche) am späten Nachmittag von ihrem Leiden erlöst und eingeschläfert werden.
Akilis Körper wurde zur Obduktion in das Institut für Pathologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover gebracht und dort in den vergangenen Wochen gründlich untersucht. Die pathologische Untersuchung ergab Befunde, die aufgrund des Festliegens akut entstanden sind (Veränderungen der Haut, Unterhaut und Muskulatur der linken Gliedmaßen/Körperseite, sowie an verschiedenen Organen) und Befunde, die im Zusammenhang mit den festgestellten Symptomen stehen könnten: fortschreitende degenerative Veränderungen in mehreren Bereichen des Gehirns (Nervengewebsschädigungen, teils mit ausgebildetem funktionslosem Ersatzgewebe sowie abnormale Erweiterung von Gehirnwasserkanälen).
Gewebeschäden des zentralen Nervensystems können aus technischen Gründen (Größe und Standort von z. B. MRT-Geräten sind nicht kompatibel) nicht am lebenden Elefanten diagnostiziert werden, beispielsweise im Vorfeld eines Tausches, und sind nicht heilbar. Je nach Ort und Umfang einer Schädigung kann in Einzelfällen eine Übernahme von Funktionen durch andere Gehirnbereiche glücken, ein solcher Prozess erfordert allerdings einen sehr langen Zeitraum und ist nicht erfolgreich, wenn es sich, wie in diesem Fall, um fortschreitende Veränderungen handelt. Bei liegenden Tieren dieser Größe kommt erschwerend hinzu, dass aufgrund der großen Körpermasse bereits nach einigen Stunden Gewebs- und Organschäden eintreten, die zum Tod des Tieres führen.
Die Ursache für die degenerativen Veränderungen in Akilis Gehirn bleibt unklar. Aus der Art der gefundenen Gehirnveränderungen ergeben sich jedoch keine Hinweise auf ein akutes infektiöses Geschehen oder einen direkten Zusammenhang mit dem acht Wochen zurückliegenden Transport, ebenso konnte eine Verletzung ausgeschlossen werden. Die Befunde der pathologischen Untersuchung zeigten keine Gemeinsamkeiten mit denen der in Frankreich kurz zuvor plötzlich verstorbenen Erfurter Elefantenkuh Seronga.
Die Obduktion von Seronga ergab nach Information aus Frankreich eine durch ein Encephalomyocarditisvirus bedingte Herzmuskelentzündung. Der Erreger wurde bei Elefanten bislang nur in Australien, Südafrika und dem Süden der USA nachgewiesen. Der Infektionsverlauf ist sehr rasch (innerhalb von bis zu 10 Tagen kommt es entweder zum plötzlichen Tod des Tieres oder zu einem Überwinden der Infektion durch die körpereigene Abwehr) und eine direkte Ansteckung von Elefant zu Elefant konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Die Untersuchungen zur Identifizierung der Ansteckungsquelle sind noch nicht abgeschlossen.

Quelle: PM Zoopark Erfurt