Zoopark Erfurt: Brillenlanguren aus Wuppertal sind eingezogen

Foto: Barbara Scheer/Grüner Zoo Wuppertal

Foto: Barbara Scheer/Grüner Zoo Wuppertal

Seit gestern lebt eine neue Tierart im Thüringer Zoopark Erfurt. Vier Südliche Brillenlanguren zogen ins ehemalige Nilgirilanguren-Gehege im Affendschungel.

Im Affendschungel wurde leider im Juli ein Gehege frei. Der Nilgirilangur Billy musste aufgrund von nicht linderbaren Altersbeschwerden eingeschläfert werden. Er war der letzte Nilgirilangur außerhalb Indiens. Seine Schwester Bonny wurde im April eingeschläfert. Sie litt an einem nichtoperablen Tumor.
Billy und Bonny wurden in den 80er Jahren im Zoopark geboren. Mit 28 bzw. 30 Jahren erreichten sie für ihre Art ein hohes Alter. Nilgirilanguren leben nur im Nilgiri-Gebirge in Indien und in wenigen indischen Zoos. Sie ernähren sich vorwiegend von Blättern, aber auch von Knospen und Früchten. Seit 1970 wurde die Art im Zoopark gehalten und gezüchtet. Mit dem Tod von Billy ging diese Ära zu Ende.

Da die Haltung von Schlankaffen in Erfurt Tradition hat, zogen gestern Südliche Brillenlanguren, Trachypitecus obscurus, in den Affendschungel ein. Die Gruppe stammt aus dem Zoo Wuppertal und ist Teil des Europäischen Zuchtbuchs für diese Art. Namensgebend ist der weiße Ring um die Augen, der wie eine Brille aussieht. Auch über und unter den Lippen tragen sie einen weißen Fleck. Auffällig ist das orangefarbene Fell der Neugeborenen.
Die asiatische Affenart ist tagaktiv. Der lange Schwanz dient zum Balancieren. Anders als bei den benachbarten Klammeraffen, ist es den Brillenlanguren nicht möglich, mit dem Schwanz etwas zu greifen oder sich festzuhalten.

Brillenlanguren leben in kleinen Familiengruppen. Im Zoopark wohnen jetzt ein Männchen, zwei Weibchen und ein weibliches Jungtier. Dieses hat zwar kein orangefarbenes Fell mehr, ist aber aufgrund seiner Größe trotzdem noch als Jungtier erkennbar.

Auch diese Affen sind Blattfresser und damit Nahrungsspezialisten. Ganz wichtig ist es, das Fütterungsverbot einzuhalten. Zuckerhaltiges Obst, Kekse, Brot oder Schokolade schädigen den spezialisierten Laubfressermagen. Deshalb füttern hier nur die Tierpfleger ihre heiklen Schützlinge.

Quelle: PM Zoopark Erfurt