Zootier des Jahres: Der Kakadu – Zoo Landau unterstützt Aktion

Der Kakadu ist „Zootier des Jahres 2017“! Kakadu-Videos sind in den sozialen Medien beliebt wie nie – und doch, fast alle Vertreter dieser sympathischen Vogelfamilie sind in ihrem natürlichen Lebensraum stark gefährdet und benötigen dringend Hilfe. Daher wählte die ZGAP („Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V.“) den Kakadu zum „Zootier des Jahres 2017“ und möchte durch die Unterstützung von Schutzprojekten vor Ort zum Fortbestand besonders gefährdeter Kakaduarten beitragen. In Zusammenarbeit mit der „Deutschen Tierparkgesellschaft e.V.“ (DTG) und der „Gemeinschaft Deutscher Zooförderer e.V.“ (GDZ) informieren die teilnehmenden Zoos über diese charismatischen Tiere.

Bei der Wahl zum jeweiligen „Zootier des Jahres“ werden Tierarten berücksichtigt, deren Bedrohung nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht. Vielen Menschen sind Kakadus zwar gut bekannt, doch wissen nur Wenige von ihrer starken Bedrohung.

Auch der Zoo Landau in der Pfalz unterstützt diese Aktion „Zootier des Jahres“, wie schon im letzten Jahr, als „Platin-Förderer“. „Wir freuen uns, dass wir nun nicht nur als Teilnehmer am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Rotsteißkakadus etwas für den Schutz dieser raren Kakadus bewegen zu können!“ sagt Landaus Zoodirektor, Dr. Jens-Ove Heckel. „Auch mit unserem Beitrag können sich die Naturschutzpartner vor Ort weiter für das Überleben von Kakadus in der Natur einsetzen!“ Besonders stolz ist Heckel jedoch auch zusätzlich darauf, dass mit dem Freizeitbad La Ola sogar ein zweiter Platin-Förderer und mit dem Freundeskreis des Landauer Tiergartens e.V. ein weiterer Bronze-Förderer aus Landau gewonnen werden konnte. Im Rahmen seiner Klimaschutzbemühungen unterstützt das La Ola zusammen mit dem Landauer Zoo-Freundeskreis das Kakaduprojekt auf den Philippinen ohnehin schon seit mehreren Jahren. Da sei es nur konsequent, die diesjährige Initiative Zootier des Jahres so geballt aus Landau zu fördern!

Zoos und Tierparks haben im Artenschutz eine zentrale Aufgabe. Sie widmen sich dem Schutz bedrohter Lebensräume (in situ-Schutz) und gleichzeitig der Erhaltungszucht bedrohter Arten (ex situ-Schutz). Die Zoos und Tierparks sind dabei die treibende Kraft auf dem Gebiet der Erhaltungszucht, ohne deren Einsatz ein Überleben vieler Tierarten nicht möglich wäre. Wichtige Beispiele zeugen vom Erfolg, den die Zoos auf dem Gebiet des Artenschutzes bereits erzielten: mehr als 50 Tierarten waren in der Natur ausgerottet und konnten in Menschenhand gerettet werden.

Das Artenschutzprojekt „Zootier des Jahres 2017 – der Kakadu“ wird ganz konkret Schutzmaßnahmen für die am stärksten bedrohten Kakaduarten umsetzen. Reden allein reicht den Projektpartnern nicht! Um dies zu finanzieren, werden in den beteiligten Zoos, via Internetauftritt und soziale Medien Spenden eingeworben. Darüber hinaus nehmen die Projektpartner auch selbst Geld in die Hand. So stehen bereits vor dem Start der Kampagne „Zootier des Jahres 2017“ rund 30.000,- Euro für Kakadu-Projekte zur Verfügung. Alle Spendengelder, die nun bis zur Kür des nächsten „Zootier des Jahres“ in den Zoos gesammelt werden, kommen den Schutzprojekten ebenfalls in voller Höhe zugute.

Die beiden Kakadu Projekte im Überblick sind:

Rotsteißkakadu – Philippinen
Vor fast zwanzig Jahren etablierte die Katala Foundation ein Projekt zum Schutz des hochgradig bedrohten Rotsteißkakadus (Cacatua haematuropygia) in Palawan, Philippinen. Seitdem hat sich z.B. der Bestand auf Rasa Island von 23 Vögeln auf über 300 erhöht. Dies gelang durch die langfristige finanzielle Unterstützung von ZGAP, ihres Fonds für bedrohte Papageien, der Strunden-Papageien-Stiftung, der Loro Parque Fundacion, sowie der Zoos im englischen Chester und Beauval in Frankreich. In anderen Gebieten, die nicht intensiv geschützt wurden, ging das Artensterben allerdings unvermindert weiter. Wilderei und Waldverlust gelten als Hauptgefährdungsursachen. Das „Zootier des Jahres“ unterstützt nun die Aufzucht von beschlagnahmten und geretteten Kakadu-Jungvögeln. Zudem kann die Katala Foundation, die gegenwärtig mindestens zwei Drittel der globalen Population des Rotsteißkakadus betreut, in vier Projektgebieten die Kakadu-Populationen erfassen und den Lebensraum dieser bedrohten Art schützen, sowie ein Informationszentrum für Schüler und Besucher errichten.

Gelbwangenkakadu – Sumba, Indonesien
Der Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) ist in seinem gesamten Verbreitungsgebiet von illegalem Fang und Verlust des Lebensraumes bedroht. Die meisten der ehemaligen Vorkommen sind inzwischen ausgerottet oder verschwindend klein. Daher ist es dringend notwendig die letzten überlebensfähigen Tierbestände der sechs Unterarten zu identifizieren und geeignete Schritte zu ihrem Schutz einzuleiten. Mit den Spendengeldern der Aktion „Zootier des Jahres“ kann das Projektteam die überlebenden Populationen des Gelbwangenkakadus ausfindig machen und Schlafbäume, sowie Bruthöhlen mit Hilfe von Ferngläsern und Teleskopen aus einer Entfernung beobachten, bei der sich die scheuen Vögel nicht gestört fühlen. Klettermaterial und Kamerafallen ermöglichen es dem Team vor Ort, die Gründe für den Artenrückgang auf Sumba zu identifizieren und die Vögel zu schützen.

Quelle: PM Zoo Landau / Zootier des Jahres