Zwei junge Wilhelma-Gorillas ziehen nach München in den Tierpark Hellabrunn

Foto: Wilhelma Stuttgart

Archivbild – Foto: Wilhelma Stuttgart

Zwei kleine Gorillas sind in der Wilhelma dem Kindergarten entwachsen und stehen jetzt vor einem großen Schritt: Tano und Okanda ziehen im April nach München. Auf Beschluss der europäischen Artkommission werden sie in die Gorillagruppe des Tierparks Hellabrunn integriert und bewohnen einen Teil der komplett umgebauten Menschenaffenanlage, die heute eröffnet wird. Wilhelma-Gäste haben noch bis nach Ostern Gelegenheit zu einem Abschiedsbesuch.

Auch in Stuttgart haben Tano und Okanda bereits von einem Neubau profitiert. Denn das vor zwei Jahren eingeweihte Gorilla- und Bonobohaus bietet optimale Bedingungen für die Sozialisation von so genannten Handaufzuchten. Als europäische Aufzuchtstation für verwaiste Gorillakinder, die von ihren Müttern nicht aufgezogen werden können, hat die Wilhelma schon mehr als 60 Jungtieren dieser bedrohten Menschenaffen das Überleben gesichert.

Tano, der im November 2011 im Zoo Prag geboren wurde, war mit einer Woche in die Wilhelma gekommen, weil seine Mutter Bikira ihn nicht annahm. Sie hatte zuvor noch nie eine Geburt und Aufzucht bei einem anderen Gorillaweibchen miterlebt und war selbst nicht gut in die Familie integriert. Okanda, war schon im April 2011 im Zoo Twycross (England) geboren worden. Obwohl seine Mutter Ozala ihn säugte, wurde er zusehends schwächer, so dass man ihn im Januar 2012 in die Wilhelma brachte.

In der Obhut der erfahrenen Stuttgarter Pfleger haben sich Tano und Okanda seither gut entwickelt und wurden stundenweise schon mit allen Mitgliedern der Gorilla-Familiengruppe zusammengeführt – nur nicht mit Haremschef Kibo. Im Zoo besteht genau wie in der Wildnis die Gefahr, dass ein Silberrücken Jungtiere, die nicht seine eigenen sind, tötet. Daher wachsen Handaufzuchten in den ersten Jahren außerhalb der Gorilla-Familie unter ihresgleichen auf. Im Kindergarten der Wilhelma sind außer Tano und Okanda derzeit auch die zweijährigen Jungtiere Tebogo und Vana aus Wuppertal zu Hause.

Die vier Junggorillas sind direkte Gehegenachbarn der Familiengruppe und stehen durch große Fenster und Gitter von Kindesbeinen an im Kontakt zu den älteren Artgenossen. So können sie sich von den Erwachsenen arttypisches Verhalten „abgucken“, Laute, Gesten und Gerüche kennen lernen. Von Anfang an interagieren die Kleinen mit den Großen durch Scheibe und Gitter. „Auf diese Weise konnten wir Tano und Okanda bestmöglich auf den Wechsel in den Tierpark Hellabrunn vorbereiten“, erläutert die Menschenaffen-Kuratorin der Wilhelma Dr. Marianne Holtkötter, „dort gibt es derzeit keinen Silberrücken, sie können also ganztägig in der Gruppe sein und finden sogar eine Spielkameradin in der zweijährigen Nafi.“

Quelle: PM Wilhelma