Zwei weibliche Wüstenfüchse in der Wilhelma eingezogen

Wüstenfuchs – Foto: Wilhelma

Zwei weibliche Wüstenfüchse in der Wilhelma eingezogen:
Überlebenskünstler mit kühlenden Riesenohren

Ein halbes Jahr nach dem Tod des Wüstenfuchspaares im Giraffenhaus sind dort wieder zwei der auch „Fenneks“ benannten Tiere eingezogen – zwei Weibchen. Sie heißen „Amani“, was auf Arabisch so viel wie „die Freude ins Haus bringt“ bedeutet und „Bashira“ – die gute Nachrichten bringt“. Und in der Tat dürfte das Comeback dieser hübschen und markanten Tiere in der Wilhelma ein Grund zur Freude und eine gute Nachricht für ihre vielen Fans unter den Besuchern sein.
Die Wüstenfüchsinnen Amani und Bashira wurden im Februar und Juli 2013 im Zoo des tschechischen Orts Olomouc geboren, sind Schwestern und es wurde höchste Zeit für sie, ihren Geburtsort zu verlassen – zumal dort ein Nachwuchs-Boom allmählich für Platzmangel sorgte. Für die Wilhelma eine gute Gelegenheit, als Asylanbieter einzuspringen und das seit Sommer 2013 verwaiste Gehege im Giraffenhaus neu zu besetzen. Hier leben die beiden jungen Fennek-Weibchen nun unter einem Dach mit Giraffen, Okapis, Siedelwebern und Kurzohrrüsselspringern in einem ihrer nordafrikanischen Wüstenheimat nachempfundenen Gehege.
Für ein Leben in den heißen Sandwüsten Nordafrikas hat die Natur die kleinen, schlanken Fenneks gut ausgestattet, zum Beispiel mit riesigen Ohren. Diese dienen den Wüstenfüchsen einerseits als sensible Schalltrichter, die noch das leiseste Geräusch auffangen – selbst von Beute, die sich unter dem Wüstensand regt. Andererseits funktionieren die Ohren wie „Klimaanlagen“: Die Blutgefäße darin erweitern sich bei Hitze und geben überschüssige Wärme ab. Was in der Wüste also hilfreich ist, wäre in der eisigen Arktis völlig unpraktisch und würde abfrieren – weshalb der dort lebende Verwandte, der Polarfuchs, sehr kleine Ohren besitzt. Doch die „Megalauscher“ sind nicht die einzige, wenngleich die augenfälligste Anpassungsleistung der Fenneks: Haarige Fußsohlen verhindern das Einsinken im heißen Sand und Verbrennungen. Und die Nieren dieser Tiere sind in der Lage, hochkonzentrierten Urin zu filtern und damit den Wasserbedarf auf ein Minimum zu senken. Diesen Bedarf decken die nacht- und dämmerungsaktiven Allesfresser vorwiegend aus der Nahrung, die aus Früchten, Knollen, Insekten und kleinen Wirbeltieren wie Mäusen, Eidechsen oder Vögeln besteht. In der Natur leben die Tiere meist in Paargemeinschaften und während der Aufzucht von bis zu fünf Jungen pro Wurf kümmert sich das Männchen um das leibliche Wohl und den Schutz von Mutter und Nachwuchs.
Gegen den Menschen sind die Schutzbemühungen jedoch machtlos: Wüstenfüchse werden seit jeher von der afrikanischen Bevölkerung als Nahrungs- und Felllieferanten geschossen, heute aber oft auch lebend gefangen, um sie auf Märkten als Heimtiere feil zu bieten. Obwohl sich die Tiere dafür aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise und ihres Fuchsgeruchs wenig eignen, werden sie wegen ihres niedlichen Aussehens oftmals gekauft. In dicht besiedelten Regionen sind sie daher schon selten geworden, insgesamt wird die Art bislang jedoch als „nicht gefährdet“ eingestuft.

Quelle: PM Wilhelma

1 reply to this post
  1. Ach sind die Knuffig!
    Habe noch nie nur ein Bild von einem Wüstenfuchs gesehen. Jetzt wo ich zum ersten mal eins sehe, muss ich diese wunderschönen Tiere umbedingt mal in einem Zoo anschauen.
    Sind sicher sehr scheue Geschöpfe oder ?

    LG Pia