Zwergseidenäffchen in der Wilhelma geboren

Zwergseidenäffchen-Nachwuchs – Foto: HörnerWilhelma

Zweifacher Zuwachs bei den kleinsten Affen der Welt
Ein oder sogar zweimal pro Jahr sorgen die Zwergseidenäffchen zuverlässig für Familienzuwachs – auch das derzeitige Zuchtpaar Chico und Ica. Es lebt seit Mai 2011 in der Wilhelma zusammen und bekam am 22. September erneut Nachwuchs im Doppelpack, sprich Zwillinge. Wer die Affenkinder in ihrem Gehege im Jungtieraufzuchthaus entdecken will, muss allerdings etwas genauer hinschauen.
Selbst die Eltern sind, wie der Name „Zwergseidenäffchen“ verdeutlicht, echte Zwerge: Mit bis zu 15 Zentimetern Körperlänge – plus etwa 23 Zentimeter langem Schwanz – und 140 Gramm Gewicht gelten sie als die kleinste Art unter den echten Affen. Entsprechend winzig ist auch der Nachwuchs, nämlich anfangs kaum daumengroß. Mittlerweile, dreieinhalb Wochen nach der Geburt, sind die Kleinen von Ica und Chico jedoch gut gewachsen, schauen schon recht vorwitzig in die Welt und sind somit im Gehege auch leichter ausfindig zu machen. Vor allem, wenn man einen genaueren Blick auf die Rückenpartien der erwachsenen Tiere wirft: Denn eines davon, ob Papa Chico, Mama Ica oder auch eine der älteren Schwestern, trägt den jüngsten Nachwuchs stets wie zwei Rucksäckchen huckepack durchs Geäst. Und weil das seidige, braun-gelbe Fell der Kleinen optisch nahtlos in das der Erwachsenen übergeht, sind sie hier nicht nur gut aufgehoben, sondern auch bestens getarnt.
Bei den Zwergseidenäffchen aus Südamerika, die zu den Krallenäffchen gehören, ist Babysitting eine Familienangelegenheit. Nur das ranghöchste Weibchen der Gruppe bekommt Nachwuchs, in der Regel zweieiige Zwillinge. Abgesehen vom Säugen der Kleinen kümmern sich jedoch alle ausgewachsenen Mitglieder der Affenbande um die Nesthäkchen. Oft reicht die Mutter die Sprösslinge bereits direkt nach der Geburt an Papa und Co. weiter. Ein kluger Schachzug der Natur, denn dadurch steigen zumindest in der Wildnis die Überlebenschancen der Kleinen. Von allen gut behütet wachsen sie heran, nach drei Monaten sind sie entwöhnt, weitere drei Monate später kommen oft schon die nächsten Geschwister. Nach wenigen Wochen nimmt der Nachwuchs dasselbe Futter zu sich wie die Eltern: In der Natur stehen auf deren Speisezettel Blüten, Früchte, Insekten und Spinnen, vor allem aber Baumsäfte. Um an diese heranzukommen, bohren die Äffchen mit ihren spitzen unteren Eckzähne Zapflöcher in die Rinde. In der Wilhelma besteht das abwechslungsreiche Menü aus mehrmals täglich serviertem süßen Akaziensaft, Heuschrecken und Mehlwürmern, Süßobst, Paprika, Tomaten und Sellerie. Denn je kleiner ein Tier, desto höher ist in der Regel sein Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht.
Sechs Tiere gehören derzeit zur Wilhelma-Gruppe: Ica und Chico, deren älteste Töchter, Emma und Emilia, die sich ebenfalls schon als Babysitter ins Zeug legen, sowie die 2012 geborenen Töchter Desgrenada und Saltona, die das Kinderhüten bislang weniger interessiert. Dafür ist Papa Chico in Sachen Jungenaufzucht geradezu ein „alter Hase“. Er lebt bereits seit 2001 in der Wilhelma und hat in den letzten zwölf Jahren mit drei Weibchen fast 30 Äffchen gezeugt. Das Geschlecht seiner beiden jüngsten Kinder mit Ica ist dabei noch nicht bekannt, sie sind daher bislang namenlos.

Quelle: PM Wilhelma