Sibirisches Tigerweibchen „Akina“ neu im Kölner Zoo

Foto: Kölner Zoo / Werner Scheurer

Neuzugang im Kölner Zoo: Das Sibirische Tigerweibchen „Akina“ lebt seit Ende November 2020 am Rhein. Sie stammt aus dem Zoo Leipzig und ist regelmäßig auf der Außenanlage des 2020 neu eröffneten Kölner Tigerbereichs zu sehen. „Akina“ wurde im Februar 2017 im Zoo Leipzig geboren. Mit ihren rund vier Jahren ist sie nun geschlechtsreif.

Das Weibchen ist nach Monaten der Eingewöhnung inzwischen selbstsicherer geworden. Sie durchstreift entspannter und aktiv die vielfältig strukturierte Kölner Anlage. „Akina“ geht auffällig oft durch das Wasser, an die Panorama-Scheiben und in die Höhle – allesamt Bereiche, die für die Zoobesucher besonders gut einsehbar sind. Sie kam auf Empfehlung des Zuchtbuchführers des Europäischen Erhaltungsprogramms (EEP) für Sibirische Tiger nach Köln. Sie passt von den genetischen Voraussetzungen her gut zum hier seit 2017 lebenden Kater „Sergan“, 5. Mit ihm soll „Akina“ in Zukunft für Nachwuchs bei dieser in freier Wildbahn hochbedrohten Katzenart sorgen. Männchen und Weibchen wurden bislang noch nicht gemeinsam auf die Anlage gelassen. „Akina“ hat aktuell noch größeren Respekt vor „Sergan“. Die Experten des Zoos gehen behutsam bei der Eingewöhnung vor. Männchen und Weibchen haben sich schon oft durch die Gitter in den benachbarten Anlagen und in den Ställen durch die Schieber gesehen.

Der Sibirische Tiger, auch Amur-Tiger genannt, kommt im Amur- und Ussuri-Gebiet des russischen Fernen Ostens, nahe der Hafenstadt Wladiwostok vor. Nach einem katastrophalen Rückgang dieser Tiger-Unterart auf nur noch etwa 50 Tiere im Jahr 1940 haben sich die freilebenden Bestände durch konsequente Schutzmaßnahmen durch die russische Regierung wieder auf rund 400 erhöht. Auch im angrenzenden Nordostchina erholen sich die Bestände des Amur-Tigers langsam. Ihnen droht aber, wie allen Tigern weltweit, weiterhin die Ausrottung durch Lebensraumzerstörung, Bejagung ihrer natürlichen Beute und – v.a. – der Wilderei zur Verwendung in der traditionellen chinesischen Heilmedizin. Bei ihr wird jedem Körperteil des Tigers heilende Wirkung zugesprochen.

Inzwischen schätzt man den Gesamtbestand freilebender Tiger auf nur noch etwa 4.000 Tiere. Auf jeden freilebenden Tiger kommen in Asien mittlerweile über 850.000 Menschen. Zoos leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiger durch koordinierte Zuchtprogramme. Dazu zählt zum Beispiel das seit 1985 ins Leben gerufene Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). In ihm werden momentan 280 Amur-Tiger in 90 Haltungen koordiniert. Auch durch die Aufklärung der weltweit jährlich 600 Millionen Zoobesucher, das Sammeln von Spenden in Höhe von jährlich rund 6 Millionen US-Dollar und die Bereitstellung von Fachwissen und aktiver Hilfe versuchen Zoos, dem Tiger zu helfen.

Neue Anlage für die Sibirischen Tiger
Amur-Tiger sind Publikumsmagneten im Kölner Zoo. Der Zoo hat im vergangenen Juli gemeinsam mit Kooperationspartner WWF den für rund 2 Mio. Euro aufwendig modernisierten Bereich für Sibirische Tiger eröffnet. Die Anlage wurde vergrößert und die Haltung z.B. durch zusätzliche Separierungsmöglichkeiten und den Einbau einer Trainingswand, an der die Tierpfleger mit den Tieren Beschäftigungsprogramme durchführen können, weiter optimiert. Auch die Zoobesucher profitieren. Durch den Umbau können die Großkatzen noch interessanter präsentiert werden. Ein besonderer Clou ist der Treppenabgang auf Wassergraben-Niveau mit XXL-Sichtfenstern auf die Tiere – gerade „Akina“ hält sich hier sehr gern auf. Neue, spektakuläre Einblicke bietet zudem eine neugeschaffene Höhle.

Quelle: PM Kölner Zoo